Kanada Report, Teil 17

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Ein  hungriger junger Coyote auf einem leeren Fußballplatz schaut uns an. Wir glotzen zurück. Ist er wirklich da? Was ist das, ein Wolf? Ein Hund? Nein, es ist ein Coyote. Wow. WAu Wau. Er wendet sich ab und geht. Wir sind nicht interessant für ihn. Natürlich nicht. Wir sind Menschen, so was unsympathisches. Mal ganz milde ausgedrückt. Er wollte ein Kaninchen jagen. Diese Menschen versauen einem alles. Und dann glotzen sie so blöd. Wäre ich mit meinem Rudel hier, würde ich sie anfallen und in Stücke reißen. Aber nicht essen. Nein, liegenlassen. In der scheißkalten Wintersonne verdörren lassen. Den allesfressenden Ameisen zum Fraß geben. Diese Scheißleute. Ich habe seit zwei Wochen nur Mac Donalds Reste aus dem Mülleimer gegessen, und gerde als so ein leckeres Kaninchen fast mein Abendessen wurde, kommen diese Schwachmaten aus dem Gebüsch-

Wir kamen aus einem Waldstück, als ein Kaninchen an uns vorbeiraste. Wir schauten nach links. Da stand er. Hungrig. Und enttäuscht. Des einen Leid, des anderen Freud. Er war das Highlight dieses Winters. Er war das Highlight seit letzten September, als ich das letzte mal einen Beitrag geschrieben habe. Er war das Highlight seit ich in Kanada lebe. Ein einsamer Coyote auf dem Fußballplatz. Auf einem matschigen einsamen Fußballplatz an einem Sonntag im Februar in Kanada. Am Rande einer merkwürdigen kleinen Stadt an einem großen See. Eine richtige Sonntagsstadt. Verstaubt. Etwas unheimlich. Aber nicht spannend unheimlich, eher unangenehm unheimlich. Unheimlich wie ein Haar in der Suppe, die man nur aus Höflichkeit ißt, weil die alte Frau, die sie einem die Suppe gibt leid tut, weil sie wahrscheinlich bald stirbt und dann neben dem matschigen leeren Fußballplatz am Rande der Sonntagsstadt begraben wird. Es ist eine Gemüsesuppe mit Dosengemüse. Erbsen und Karotten. Der Topf war auch nicht sauber. Er wurde nur mit Seewasser ausgewaschen. Die Frau schlurfte zum See in alten Filzpantoffeln und Kopftuch. Sie mußte nicht zum See schlurfen, aber sie hatte vergessen, daß sie fließendes Wasser hat, sie ist ein Opfer der Sonntagsstadt, die Sonntage, die verstaubten Sonntage haben ihr Gedächtnis zerquetscht, weil sie so schwer sind. So schwer wie ihr Gang zum See, in der Hand den dreckigen Kochtopf, sie kommt ans Ufer und taucht den Topf ins eiskalte Sonntagsseewasser in der Sonntagsseestadt. Sie sieht nicht den toten Riesenfisch, der drei meter entfernt im kühlen Sonnenlicht vergammelt. Sie sieht ihn doch, aber sie denkt es ist ihr Nachbar und sagt: Washing the dishes, like in the old times. Der Nachbar ist taub und deswegen wundert sie sich nicht, daß sie keine Antwort bekommt.

Der Coyote schleicht manchmal in ihrem Garten rum. Letzte Notlösung für Hunger. manchmal liegen Pizzareste oder Pommes in ihrem Backyard. Nein es ist kein Garten, es ist ein backyard. Ein Backyard von einer alten Frau. Das sieht so aus. Unaufgeräumt, Holzscheite, ein altes Motorrad, vertrocknete Büsche, ein roter kaputter Sandkasteneimer und Zigarettenstummel, Pommes, Pizzareste. Verwahrlost . Ungemütlich. Trostlos. Die Frau, die eigentlich gar nicht mehr da ist, aber es nicht weiß. Deswegen schlurft sie ja auch jeden Tag zum See und wäscht ihre Töpfe mit dem Sonntagsseewasser und kocht immer die gleiche abscheuliche Gemüsesuppe mit dem immer gleichen Haar in dem immergleichen Zweiteweltkriegs Soldaten Blechteller mit Keramikbelag, der nicht mehr ganz intakt ist.

Der Coyote sieht den Altefrauengeist. Er mag sie. Obwohl er keine Menschen mag. Aber er mag Menschengeister. Sie machen nichts Böses. Ein Menschengeist ist wie ein Bild im Museum. Total harmlos. Aber man schaut es an und sieht eine Geschichte.Coyoten lieben Geschichten. Und in den paar Bruchteilen von Sekunden, als wir ihn sahen übertrug er per Telepathie die Geschichte von dem Altefrauengeist mit der verdammten Gemüsesuppe in mein Hirn.

Und der Grund warum ich empfänglich für Coyoten Telepathie war, ist, weil ich wie die alte Frau dieses blöde Haar in der Suppe nicht los werde. Und weil ich mich wie ein Geist fühle, ich wasche zwar nicht mit Seewasser ab, aber ich wasche das Geschirr von Hand, was ein ähnlich ödes Gefühl in mir produziert, der taube Nachbar ist meine Seele, die sich anfühlt wie ein vergammelter Riesenfisch am Sonntagssee. Und ich habe Gemüsesuppe immer gehaßt, Gemüsesuppe ist für mich so was wie ein verwahrlostes backyard in der Gemüseesuppensonntagsseestadt.

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Am liebsten schreibe ich, wenn ich mich total miserabel fühle. Deswegen sind meine Beiträge auch etwas düster von Zeit zu Zeit.  Was leicht untertrieben ist.  Mein Kanada Report hat sehr optimistisch angefangen Anno 2014 und ist mit jedem Beitrag pessimistischer geworden. Wie ein Psychothriller. Es gibt Menschen die sagen, man muß nur schöne Gedanken haben, dann fühlt man sich auch gut. Das Problem ist nur, daß man wenn man sich schlecht fühlt, einfach keine schönen Gedanken haben kann. Und dann ganz plötzlich, ohne ersichtlichen Grund und ohne diese gewollten schönen Gedanken, fühlt man sich plötzlich besser. Was für mich ein Beweis ist, daß man seine Stimmungen und Gefühle eben nicht einfach so beeinflussen kann mit  Gedanken. Wir sind ja keine Computer. Oder etwa doch? Vielleicht halbe Computer. Man kann sich bis zu einem gewissen Grad programmieren, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Gefühle und Stimmungen kommen bei mir wie Besucher, die ich nicht einlade. Plötzlich sind sie da, machen sich breit und benehmen sich schlecht. Und dann plötzlich ziehen sie sich ihre stinkigen dreckigen Schuhe an und gehen wortlos weg. Und plötlich bin ich  fröhlich und leicht und alles ist gut. Bis zum nächsten Mal. Wo kommen diese Besucher her? Was wollen Sie? Es ist an der Zeit das rauszufinden.

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Schaufensterpuppe (Modell unheimliches Geisterkind) in der Sonntagsseestadt

199 Jahre first Settlement

First Settlement 1789 bis 1998

Die gute Nachricht ist, daß sich momentan keine ungewollten Besucher in mir breitmachen. Und ich fühle mich dementsprechend entspannt. Und das obwohl ich immer noch am häßlichsten Ort dieser Welt wohne, ich mich immer noch nach Schönheit sehne, es viel zu kalt ist für Mai, sogar für Mai in Kanada, es in Strömen regnet und so weiter und so weiter. Endlosliste.

Wenn man nicht an dem Ort ist, wo man denkt oder sich einbildet, daß man dort viel glücklicher wäre, sollte man umdenken. Der Ort ist man selber und man muß in erster Linie bei sich selber ankommen.

Und wenn man gerne bei sich selber ist, kann man auch ganz konstruktiv mit seinen ungewollten Besuchern umgehen. Man sagt freundlich, aber bestimmt: Ich lasse dich gehen. Viel Glück und alles Gute. Denn immerhin haben sie den weiten Weg gemacht, aus dem Land der Unendlichkeit um dich zu sehen. Sie brauchen Hilfe. Du mußt ihnen sagen: Geh zu dir.Da bist zu zu Hause.

Alles Theorie. Die Wirklichkeit sieht anders aus. In Wirklichkeit sollte man mit den Besuchern sprechen. Sie haben nämlich wichtige Botschaften aus dem Unterbewußtsein und sich Dinge schönzureden bringt einen wirklich nicht weiter. Und als Mensch ist man abhängig von seiner Umgebung, außer man ist ein Mönch oder man ist in einer Sekte.

 

 

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Das Leben ist wunderlich, drum wunder dich nicht, wenn ein Wunder wunderlich ist

Genug mit dem Gefasel. Wir haben heute 8 grad Celsius, die Bäume sind erst zu einem drittel grün, meine Katze sitzt am Fenster und starrt auf die vorbeifahrenden Autos, es ist der 7.te Mai 2017 und es ist Sonntag.
Das war es mit der Folge 17, etwas kurz diesmal, dafür aber vollgepackt mit wertvollen Infos. Wie immer. Tschühüss!

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Kanada Report, Teil 15

Schreiben.

Was ?

Das.

Was ist das?

Das was ist.Das ist was.

Achso.

Achso was?

Das was!

Achso das.

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Schwitzen im Sebtember.Das Rauschen der Autobahn ist immer noch leiser als meine inneren Stimmen, die wirr sich anschreien, entwirrt werden wollen, entwirrt werden müssen, doch kleben sie wegen der Hitze wie verschweißt zu einem lauten Kauderwelsch.

Erst Hitze,dann Regen

Der Regen macht mich hoffnungsvoll und hoffnungslos zugleich, denn mein Regenschirm ist verschwunden und mein Radarschirm auch. Und so sitz ich da halb liegend mit dem Rücken zur Wand, mein Halt, wünschte ich hätte ein Kissen aus Eis um meine Gedanken eiskristallklar werden zu lassen. Wenn die Seele sich versteckt und man nur noch ein ganz leises Hauchen hören kann, daß aber immer noch lauter ist als der Lärm der rasenden Autos, den Marionettenspielern der Marionetten, die sie dahinrauschen lassen in die verschmutzten Gewässer des öden Alltags. Eintönig, beschleunigt und tot.

Eintönig beschleunigt und tot. Dieser Satz kommt mir so  wahr vor für das moderne Leben.Ganz besonders,seit ich hier lebe.Davon habe ich ja wirklich schon genug erzählt.Zuviel.Obwohl ich nicht beschleunigt bin, aber eintönig und innerlich…,nein ich bin nicht innerlich tot,ich bin traurig über die Eintönigkeit. Solange man noch traurig ist,ist man noch sehr lebendig.

Die Zeit hat die Bedeutung verloren, denn niemand sieht sie mehr. Sie ist weg. Die Zeit ist weg. Sie wollte gehen. Und so verging die Zeit.

Wenn das alles so ist, wenn ich mich in so einem seelischen nach Mitternacht  im Industriegebiet bei 0 Grad und Regen,mit Nassen Schuhen Gefühl befinde, hilft mir meistens nur noch eines, und zwar den ganzen Wirrwar in Worte zu fassen, weil ich, wie alle Menschen mit der gleichen seelischen Störung, niemanden zum Reden habe.Was mich nicht wundert.Das Schweigen ist mein Schutz,die Einsamkeit inzwischen ein Freund geworden,mit dem ich mich wunderbar unterhalten kann.Nur alles ohne Worte.Und nicht wirklich wunderbar.Eigentlich ist es die ganze Zeit ein Streitgespräch.Ich wandle aber das Wort Störung in Strömung um. Hört sich freundlicher mir selber gegenüber an. Ich bin in einer Paralellströmung. Und sie bringt mich an Orte, die seltsam erscheinen. Erscheinen nicht wirklich, sie dunkeln mich an.Sie dunkeln mich ein. Doch wie eine Katze sehe ich im Dunkeln besser.

Ich sehe mich selber auf dem Bett sitzen. Ich sitze neben mir und neben mir sitze ich und daneben sitze ich und daneben sitze ich. Ein Spiegel im Spiegel im Spiegel, und es hört nicht auf.Niemals.Ich habe Angst,daß dieses Gefühl niemals aufhört,dieses nicht rausfinden aus dem Labyrinth der  merkwürdigen Zustände.Dieses Gefühl festzustecken und alles was man hört ist das Echo seiner eigenen Gedanken.Schau dich an und schau in dich rein und schau auch mal wieder raus und vielleicht finde ich mich wieder und kann mich an den Haaren rausziehen aus dem Labyrinth der Verlorenen aus dem Spiegelland.

Ich hatte mich damals auch selber an den Haaren aus dem Spiegelland gezogen und bin in der  anderen Strömung geschwommen.Habe versucht mich anzupassen. Bloß wenn ein Fisch in fremde Gewässer kommt, ist das auch nicht leicht für den Fisch. Also meine Schuppen schillerten in einer gängigerenen Farbe und ich  schien mich strömungsentsprechend zu entwickeln. Es gibt verschieden Gewässer. Es gibt Bergquellwasser, da wo ich herkomme, bin jetzt in dreckigen Seewasser gelandet und will aber ins frische Meerwasser. Das Problem ist: Der See führt nicht zum Meer.

Und deswegen werde ich mich in eine Möwe verwandeln.In meinem Geiste.

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Möwe am St. Lawrence River in Montreal

Ich bin jetzt eine geistige Möwe (warum Möwe? Ich weiß nicht,aber ich fotografiere immer Möwen, ich habe unendlich viele Fotos von Möwen) und bevor ich mich zum geistigen Abflug begebe, schau auf die letzen sieben Monate.Die waren besser als die Monate davor, was eine gute Nachricht ist.

Ich habe mich zusammengerissen und mir fest vorgenommen,daß alles besser wird.Es  ging auch gar nicht anders,es konnte nämlich nicht mehr schlechter werden,subjektiv betrachtet.Subjektiv ist meine Realität und ich glaube nicht,daß irgenein Mensch auf dieser Welt sich und sein Leben objektiv sieht.Das muß ich sagen,wegen der imaginären Schlaubergerkommentare,die  aus der Zukunft auf mich einschallen) Es fing damit an,daß ich mir einen Job gesucht habe. Das habe ich vorher zwar auch schon versucht, war aber noch nicht synchron mit der richtigen Schwingung. Den Job habe ich aber letzendlich zufällig bekommen.Ich hatte ja bereits berichtet,daß wir ständig in Secondhandläden gehen und alles mögliche einkaufen,bevorzugterweise Vintageware.Unsere ganze Wohnung sieht inzwischen so aus wie ein Secondhandladen.Eines schönen Morgens war mir so nach Kram kaufen zu Mute,die Sonne schien ganz wunderbar und ich ging zum Thriftstore von der Salvation Army.Der ist ganz in der Nähe.Ich wünschte mir noch,daß der eine Typ nicht da ist,der dort arbeitet.Weil er stört meinen Flow beim stöbern,weil er mich immer zuquatscht.Er hätte gerne so eine Frau  usw.bla bla bla..halts Maul,du Nervensäge.Ich muß unbedingt englische Porzellantassen  finden.Nach 15 Minuten gebrochenen Englischmonologen von ihm habe ich dann meistens  keine große Lust mehr auf shoppen.Ich blieb trotzdem immer freundlich, auch weil er der einzige Mensch war,der überhaupt mit mir geredet hat.Ansonsten ist nämlich meine Katze der einzige Mensch mit dem ich rede. Vielleicht übertreibe ich ein bischen.Und er hat zwar ein wenig genervt,aber ich fand ihn trotzdem interessant,weil skurile Menschen sind nun mal interessant.Typ:nette Nervensäge. Er war ein Verkehrspolizist auf einer Karibikinsel, bevor er ins schöne Pickering zog um einen Sklavenjob bei der Heilsarmee zu machen.Heilsarmee hört sich so doof an auf deutsch.Auf englisch hört es sich ganz anders an:Salvation Army. Hat einen heroischen Klang.Trotzdem,wenn das nicht ein Griff ins Klo ist.Na ja,so läuft das hier für viele.Außerdem,was rede ich.Ich war ein Mensch in Berlin bevor ich hierherkam,jetzt bin ich eine Möwe an einem verseuchten See.

Und das ist etwas total Starkes,wenn ich so drüber nachdenke. Ich bin ein Survivor.Im Sinne von Bergsteiger und Schneesturm.Bergsteigen ist ja etwas freiwilliges,auch zwanghaftes und gefährliches,wegen Naturgewalten ect. und wenn man dann überlebt,dann ist man stolz.Wäre man nicht auf den Berg gestiegen,hätte man nichts erlebt,vielleicht Fernsehen geschaut,einen Film über Bergsteiger z..B.

An diesem schönen Morgen erzählte er mir,daß sie jemanden einstellen wollen und er würde ein gutes Wort für mich einlegen.So bekam ich den Job. Inzwischen bin ich über drei Monate dort.Bevor ich dort angefangen habe,hatte ich auch ein paar andere Dinge in Bezug auf Jobsuche unternommen.So bekam ich einen kleinen Modeljob für eine russische Fotografin.Sie fotografierte Jane und mich auf Fahrrädern vor der Bücherei in Pickering.Ein anderes Mal mußte ich Bürochefin spielen.

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Bei meinem Kleinanzeigenstudium  stieß ich auf eine Anzeige,in der Künstler gesucht wurden für Gemälde mit Politikern.Ich antwortete auf die Anzeige und schickte einen Link mit meiner Webseite. Letzendlich bekam ich den Auftrag,der einer war ,wo man nur vielleicht was verdient.Ich malte 3 Bilder mit Putin und Trump als Liebespaar,so lautete mein Auftrag.Irgendwie hat mein Auftraggeber aber dann das Feuer für die Aktion verloren und sich keine Mühe gegeben die Bilder zu verkaufen.Was aber nicht so schlimm ist, nicht so schlimm,aber schade ist es trotzdem

Wenigstens habe ich mich mit etwas beschäftigt und wer die Bilder gerne kaufen möchte,kann mich kontaktieren.

Trotzdem,obwohl mir die Sache von Anfang an komisch vorkam,hatte ich trotzdem 20 prozent Hoffnung,daß ich endlich meinen großen Durchbruch habe.

Nochmal zu meinem Auftraggeber,der schon ein bemerkenswerter Typ ist. Er ist Rechtsanwalt,arbeitet als Arbeitsvermittler fürs Arbeitsamt und zu der Zeit,als ich noch Kontakt mit ihm hatte,war er gerade in einem langwierigen Bewerbungsprozess für einen Job als Spion bei der Regierung Kanadas.Ich frag mich was draus geworden ist.Ich fand die Kombination aus Spion und Geschäftsmann mit zweideutigen Politikerbildern sehr originell.

Donald Trump,Vladimir Putin, political paintings

Halloweendeko im Salvation Army Thriftshop

Ganz kurz im Schnelldurchlauf .Unser Frühling/Sommer 2016: Es gab viel Sonne und keinen Regen. Zu der  Eintönigkeit des Ortes gesellte sich noch die Eintönigkeit des Wetters. Ich habe meine permanent residence bekommen  (in Kanada ein Grund glücklich zu sein)und eine Krankenversicherung(noch ein grund glücklich in Kanada zu sein). Wir waren eine Woche im Urlaub,endlich mal raus aus diesem Pickering,  erst in Montreal, da wo Kanada sich zur lebenslustigen Französin verwandelt,wo wir uns mit Waschbären vergnügten, ich much versehentlich mit Tequila bis zum Umfallen besoff,dann im Norden Ontarios, in Mattawa,einen hübschen Ort mit Wildwest Goldgräbertown Atmossphäre,dort wo dein Schwiegersohn dein Bruder ist und deine Mutter deine Schwester und dein Kind dein Großvater. Dort  sind wir Kanu  auf dem Ottawa River gefahren und haben nach Bären Ausschau gehalten.Ansonsten haben wir nicht viel gemacht, was aber nicht langweilig war. Unlangweiliges nichtstun. Und vor allem immer draußen sein, keine Autos hören, ich fühlte mich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder mehr wie ich selber.Ansonsten waren wir bei einer Hochzeit,Peters Cousine hat ihren langjährigen Freund,einen Politiker aus Toronto geheiratet. 

Ich habe ihnen ein Bild zur Hochzeit geschenkt,weil ich ja grad beim Thema Politikerbilder war.

Wir waren auch bei einer Beerdigung in Montreal,bei der heitere Stimmung herrschte,da die Beerdigung ein halbes Jahr nach dem eigentlichen Tod stattfand.Nur als wir gingen,und ich zurück aus Grab schaute,tat mir die einsame Asche in der Urne leid.Ein Symbol unendlicher Einsamkeit.Blödsinn,weil es ja nur die sterblichen Überreste sind,was ja viel mehr über den Tod sagt,als einem bewußt wird.Peter und ich waren oft am Strand neben dem Atomkraftwerk.Hört sich schlimmer an,als es ist,es war sehr angenehm dort und sehr entspannend.Einmal haben wir unsere Katze mitgenommen.Sie hatte furchtbare Angst aus ihrem Katzentrageding rauszugehen.Sie blieb da drinnen und schaute den Möwen zu.Ich nahm sie raus für ein Familienfoto.

Jane hatte einen schönen Sommer und sie hat endlich Freunde gefunden.Seit sie so viele Freunde hat redet sie sehr komisch englisch.Eigentlich akzentfrei,aber sie redet als hätte sie Kaugummi im Mund und blondgefärbte Haare und als würde sie in der einzigen Bar in Hilliebillie Village arbeiten.Ziemlich filmreif.Sie versucht auch sich anzupassen. Peter  hat einen neuen Job in naher Zukunft, er wird kein Trucker mehr sein,sondern ein Gabelstaplerfahrer,was obwohl es sich nicht so anhört, hier in Kanada ein Superkarrieresprung ist.Das gute daran ist,daß er jetzt immer nach Hause kommt und ich nicht die ganze Woche Truckerwitwe bin, die an der Autobahn lebt und denkt:What the hell did I came for? 

Ich habe auch Pläne,ich plane Geschirr wegzuschmeißen, weil ich nicht gerne abwasche ,weil abwaschen ultraöde ist und weil eine Hand aus der Spüle kommt und mich ins Spiegelland zieht,in denen körperlose verlorene Seelen an ihrer Hoffnungslosigkeit ersticken.

So schlimm finde ich Abwaschen. Und das ist nicht übertrieben.Geschirrspülen ist ein Symbol des überflüssigen Überflusses von überflüssigen Zeug.

3 Personen,3 Tellerchen,Gabelchen und Löffelchen und so weiterchen.Wie bei Schneewitterchen

Sonnenuntergang in Mattawa

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Chillende Waschbären auf dem Mont Real

 Ich will da nicht mehr hin,aber ich bin schon drinnen. Ich suche dort was. Habe etwas vergessen, denn  die andere Strömung ist  auch nicht mein Ort und ich  muß meine Seele finden die ich  im Spiegelland gelassen habe,weil sie mich genervt hat. Ich hole sie da raus und nehme sie mit,weil eine nervende Seele ist besser als keine Seele.Und wenn ich noch weiter drüber nachdenke, muß man sein Leben so leben,daß es gut für die Seele ist.Und dann nervt sie auch nicht mehr und man nimmt sie gerne mit.Immer und jederzeit.Und dann fliege ich mit ihr dahin wo der Windgott wohnt und das Wasser wild und lebendig ist. Soviel ist sicher.

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Das war das.

 Detailliertere Informationen gibt es eventuell in meinem Buch, welches im Jahre xxxx erscheinen wird.

Ich sag dann  noch Bescheid.

Kanada Report, Teil 14

Wenn im Frühling die Vögel morgens zwitschern und man mit diesem Glücksgefühl erwacht und sich einfach nur freut,daß es draußen sonnig ist, die Leute entspannt und gut gelaunt, man selber voller Energie ist und auf sein Fahrrad springt und erfüllt mit

Vogelgezwitscher seinen Aufgaben nachgeht, was auch immer sie sein mögen, und einem dabei nicht einmal dieses graue, tote Alltagsgefühl befällt. Man sieht das Beste und Schönste in allem und jeden und man ist der glückliche Fels in der Brandung, nein der glückliche Fels ohne Brandung, nein man ist das Vogelgezwitscher in den Baumblüten, man ist der Wind der Freude transportiert, man ist der Blütenstaub auf der Katzenschnauze, der immer schon mal gerne auf einer Katzenschnauze sein wollte,so etwas wie die Malediven für Blütenstaub. Man ist der Geschmacksnerv, der entzückt ist über den Kaffeegeschmack,der ihn auf ein Tässchen besucht. Man springt vom Fahrrad,flattert zum Bäcker wie ein kleiner Spatz und bestellt mit zwitschernder Frühlingsmelodie Brötchen und plückt auf dem Nachhausewg noch ein verirrtes Vergißmeinnicht vom Straßenrand, daß sich bald mit frischem Wasser vollsaugt und das Blau noch blauer macht, so blau wie es das Blau erfunden wurde.
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Wenn man morgens aufwacht und man denkt: Ochhneeeh!, die Sonne durch die Fenster knallt, die man weder putzen noch öffnen kann, der Autolärm,der niemals endende Strom der Abgase, einen daran erinnert, daß man in Zombieland lebt, man sich statt Sonne Regen wünscht, weil Regen etwas tröstendes hat, weil er die Tränen sind, die man nicht weinen kann, weil man das Vergißmeinicht ist, daß am Straßenrand ergraut ist, das Blau verlor und dem Blütenstaub beibringen muß, das er niemals auf die Malediven für Blütenstaub auf den Schwinges des Sanften Frühlingwind fliegen kann, dann sollte man ein für allemal damit aufhören mit den  gewöhnlichen, wenn auch verständlichen Frustgedanken und sich auf eine Märchenebene erheben und anfangen die gute Fee zu rufen.
Sie wird kommen. Feen kommen überall hin, sie haben sehr gute Ohren,Feenohren eben, die Freude empfinden,wenn sie gerufen werden, weil sie das Grau wieder Blau machen wollen, und aus dem bittenden Namen des Vergißmeinichts mit einem Feenflügelschlag ein Ichvergessdichnicht zaubern.
Ohh mei Feechen, wenn ich genau hinhöre,dann kann ich den Feenstaub hören der durch die Abgase in meine Richtung tanzt, und auch wenn es nur ein Feenstaubkörnchen ist, daß heute auf meiner Seele landet, so werde ich es hegen,pflegen,ehren und liebhaben und zusammen Feenstaubspaß haben.

Hashtag Märchenebene, Hashtag esoterischer Motivationsworkshop, Hashtag Dr. Minnie Maus, Hashtag Allesohnedrogen, Hashtag Safetheblue, Hashtag Feenstaub

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Also die Sache mit dem Feenstaub ist nicht so ganz ungefährlich, es ist so als würde man eine neue Droge testen und man weiß nicht was sie für extreme Synapsenkomplikationen heraufbeschwören kann. Bei mir ist ein genetisch verändertes Feenstaubkörnchen angekommen, erst hatte ich plötzlich übermäßig gute Laune. Das ist bei mir allerdings seit ich hier lebe so üblich, 14 Tage Apathie, dann ein Tag Euphorie, dann ohne Fallschirm  abwärts. Das ist  Aua, dann wieder Apathie. Eindeutig nicht ganz auf seelisch mentaler Erleuchtungsebene. Also wie merke ich den Unterschied, ob es das Übliche war oder ein Feenstaubkörnchen?

Genetisch veränderte Feenstaubkörnchen kommen nicht wie angenommen aus einer Zwischenwelt in der Trolle mit Elfen knutschen, sondern sie kommen direkt aus der Sternenwelt. Die genetische Veränderung wird durch Eintritt in die Erdatmosphäre hervorgerufen, und hat keinen Einfluss auf den fundamentalen Effekt, sondern bewirkt einfach nur heftige physische Nebenwirkungen. In meinem Fall waren das Kopfschmerzen, die tagelang anhielten und sich nicht einmal mit den stärksten Pillen vertreiben ließen.

Aber das waren nur die Nebenwirkungen eines viel größeren chaotischeren Prozesses, und die genetische Veränderung von der ich gesprochen habe, war notwendig, denn wie Viren müssen auch Feenstaubkörnchen sich tarnen und anpassen um sich vermehren zu können.Sie nisteten sich also in mir ein, die lieben Feenstaubkörnchen aus der Sternenwelt und vermehrten sich in einem Wahnsinnstempo. Ich konnte es in meinen Armen und Beinen fühlen, und mein Herz beschleunigte sich um das Zehnfache und ich begann am ganzen Körper zu zittern. Es hörte einfach nicht mehr auf und es wurde stündlich schlimmer, wobei das ganze 4 Tage oder länger dauerte und dann kam es in mir zu einer Detonation.Erdbeben, Erdbebenopfer, Chaos, Trauer aber auch Befreiung und Wahrheit. Die Zeit nach dem Erdbeben,Nachbeben, Durst, Panik, Adrenalin, Chaos… Hoffnung..
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Nach jedem Erdbeben beginnt die Aufräumphase und man repariert und verbessert und man forscht und man baut das neue Haus aus besseren Steinen, auf einem besseren Fundament.

Ich habe das Gefühl, daß ich mich für lange Zeit in einem Strafexil befand, wo mich Sternenmagier gesendet haben, wie in ein grausames Inernat oder in ein sadistisches Gefängnis wo man mit subtilen Psychoterror versucht aus Verbrechern Superhelden zu machen.Mit Superkräften.Ich habe den Verdacht, daß ich eine von den ganz Harten bin und wie in einem Science Fiction Film bewege ich mich mühelos zwischen den  Welten, bewaffnet mit unsichtbaren kraftvollen mentalen Schwingungsverbesserungsmaschinen.  Und ich fühle wie ich langsam mutiere.Zu einer echten Superheldin.

Und ich kann schon die Augenbrauen sehen, die sich in Mißtrauen nach oben ziehen.Ich sehe auch ein paar agressive Augenbrauen, Augenbrauen,die sich durch meinen Bericht verärgert zusammenziehen. Augenbrauen brauen sich zusammen. Ist sie jetzt im Irrenhaus? Und wenn man es so sieht, daß dieser wunderschöne Planet Erde das Irrenhaus ist, bevölkert von der gefährlichen zerstörerischen Spezies Mensch, ja dann bin ich wirklich im Irrenhaus. Wie alle anderen auch. Aber ich bin nicht in einer Zelle. Sondern ich wandele zielsicher und traumwandlerisch in meiner Feenstaubplantage.

Und langsam kommt das Blau zurück.

Apropos Irrenhaus.Ist das nicht der Ort wo besonders schlaue Leute Zuflucht finden, um sich vor den Wahnsinnigen da draußen schützen?
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Kanada Report, Teil 13

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Bin heute den ganzen Tag vor diesem Bild gesessen und habe meditiert.Schön wäre es, gut hätte es mir getan. Eventuell. In Wahrheit hatte mich ein Monster im Griff und ich war wie gelähmt. So gab ich mich hin und zelebrierte bewußt das Faulsein. Ich versuchte kein schlechtes Gewissen dabei zu haben und auch nicht mal in Gedanken folgenden Satz zu denken: Ich bin eine Versagerin, zu nichts zu gebrauchen und nicht in der Lage jemals irgendetwas zu erreichen.Oder den Satz: Scheiß Kanada, wäre ich bloß niemals hierhergekommen, hier ist meine Kreativität erstickt und mein Hirn verblödet. Und danach: aber mal ehrlich gesagt, es liegt doch nur an mir. Ich bin Müll. Und da das eine sehr schwierige Aufgabe war, habe ich alle 5 Minuten genau diese Sätze aufgesagt, total zwanghaft in meinem eigenen Kopf. Trotzdem habe ich es ganz gut geschafft ein paar Stunden richtig genussvoll zu faullenzen. Betonung auf genußvoll.Oh, da fällt mit ein, ich habe 2 Stunden verschwendet meinen Computer zu reparieren, nachdem ich versucht habe eine Serie online zu schauen, wobei sich fremde und feindliche Programme auf meinem Computer eingenistet haben, die ich unbedingt wieder loswerden mußte. Danach habe ich so dumme Sachen gemacht wie mit einem Online Ouija Board zu kommunizieren. Ich brauchte jemanden zu reden. Das Wesen nannte sich Michael, als ich nach seinem Nachnamen fragte, sagte es zu mir, ich wäre unwürdig. Trotzdem sagte es auch durchaus vernünftige Sachen wie zum Beispiel, auf meine Frage, was ich Arbeiten soll: Höre auf dein Herz! Zum Schluß sagte ich höflich Auf Wiedersehen, da sagte es zu mir 666. Es wollte mir Angst einjagen, das Michael Wesen aus dem Computer. Hat nicht geklappt, ganz im Gegenteil, ich überlegte mir ob ich mir nicht eines zulegen sollte. Daraufhin verbrachte ich eine gute halbe Stunde mit Foren lesen, ob ein Ouija Board gefährlich ist. Alle sagten das gleiche: es gibt Türen, die besser geschlossen bleiben. Die Ouijageister seien niedrige Wesen, die entweder ermordet wurden oder durch andere schlimme Umstände ums Leben kamen und verwirrt umherschwirren und nur darauf warteten, daß irgendeine Dumpfbacke oder gelangweilte Auswanderin diesen Kanal öffnet.

Danach kam mir in den Sinn nach einer Hippiekommune auf Vancouver Island zu suchen, wo ich eventuell hin ausreißen könnte. Ich habe eine sehr interessante gefunden. Dort ißt man hauptsächlich magische Pilze. Wenn alle Stricke reißen, why not?

Warum nicht? Diese Frage hat Erleuchtungswert. Schreiben sie bitte 10 Sätze die mit Warum nicht anfangen. Seien sie kreativ dabei und Bescheidenheit ist in diesem Falle nicht vonnöten, sogar schädlich, da es sich um eine Übung handelt, die das Bewußtsein erweitern soll.

Diese Übung hat es in sich, obwohl ich sie mir gerade eben ausgedacht habe.

Warum nicht bewußtseinserweiternde Übungen erfinden?

Warum nicht diese Übungen selber  praktizieren?

Warum nicht einen fetten Bestseller darüber schreiben?

Warum nicht  zu den Fernsehinterviews zu denen man aufgrund des Bestsellers eingeladen wird im Bademantel  erscheinen?

Warum nicht einfach immer fröhlich sein und über alles lachen, solange nichts tragisches passiert?

Warum nicht ganz den persönlichen Bedürfnissen entsprechenden Zaubersprüche zu kreieren und sie laut aufsagen?

Und so weiter. Geht doch. Es sollte nicht in Arbeit ausarten. Das behindert die Kreativität und die Leichtigkeit dieser Übung geht verloren. Deswegen immer schön locker bleiben.Darum reichen auch 5 Sätze mit warum nicht.
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Trotz meiner guten Lebenstips die sich in meinen guten Tagen in meinem Hirn ausbreiten und überschwappen, halten sie nicht lange vor und ich falle immer wieder in das gleiche schwarze Loch. Inzwischen ist schon das letzte Januardrittel angebrochen, und ich frage mich jeden Tag, wo ich bin. Seit ich hier bin, fühle ich gar nichts mehr, außer ein wachsendes Unbehagen, darüber, daß ich nichts, aber auch gar nichts mehr empfinden kann, außer Unbehagen.

Das Unbehagen über das Unbehagen macht das Unbehagen noch unbehaglicher. Es bereitet den Menschen um einen herum natürlich auch Unbehagen und deren Unbehaglichkeit über meine doppelte Unbehaglichkeit macht sie zu einer Trippelunbehaglichkeit. Darum bin ich am liebsten allein und will mit niemanden mehr reden. Ich kann mich erinnern, daß ich mich gerne mit Menschen unterhalten habe, früher, aber jetzt will ich meistens nur noch jede Art von direkter Kommunikation vermeiden. Es ist mir zu anstrengend zu reden und meistens bin ich sauer. Und zwar ständig,die ganze Zeit, non stop. Mein vegetatives Nervensystem spielt verrückt.

Ich habe auch die Nase voll meinen Blog weiterzuschreiben. Ich finde es beschämend was ich schreibe,ich finde mich beschämend, aber es erleichtert mich und hilft mir die Sachlage klar zu erfassen. Was mir allerdings einen Scheißdreck weiterhilft, denn bin zu deprimiert irgendetwas zu ändern.Das Leben erscheint mir so unerträglich kompliziert und ich fühle mich so hilflos und unfähig. Ich bekomme nichts in den Griff. Alles um mich herum hat keine Substanz für mich. Ich habe das Geistergefühl, das Halloweensymdrom.

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Gabel auf dem Weihnachtsmarkt in Toronto

 

Bevor ich hierher gekommen bin hatte ich eine gute Phase. Ich fühlte mich leicht, frei und lebendig. Ich konnte mich austauschen mit anderen Menschen und ich war total Blockadenfrei. Vor dieser Phase hatte ich eine Krise, weil ich wußte ich gehe nach Kanada. Was ich nicht wirklich wollte, aber dachte, also Kopfstimme sagte,daß ich es muß und auch dachte ich,Veränderung ist gut und bla bla bla. Aber mein Bauch fühlte Angst.  Andererseits ist Angst ja auch irreführend manchmal. Man hat  diese zwei inneren Stimmen. Auch welche sollte man denn hören? Die vernünftige erwachsene aus dem Kopf oder auf die scheinbar irrartionale aus dem Bauch.
Das komplizierte daran ist,daß die Bauchstimme auch mit der Kopfstimme spricht und sich auch belabern läßt und dann gar nicht mehr klar ist und die Kopfstimme ist nur scheinbar ein Freund,weil sie unnachgiebig ist wie das brechende Eis auf der Mitte eines Sees. Und genau da bringt sie dich hin,wenn du nachgibst. So was haben wir daraus gelernt? Höre bitte auf deinen Bauch. Seine Stimme ist immer da,auch wenn du denkst du hörst sie nicht.
Die Stimme aus dem Kopf ist nicht die original innere Stimme. Es ist eine eingeschliche, verbogene und verbiegende, machthungrige Stimmperson. Sie will dein Leben kontrollieren. Sicherlich hat sie manchmal ganz gute Tips und Einblicke, aber wenn es um die großen Dinge im Leben geht, ist die Bauchstimme die wahre Weise. Sie vereint Gefühl mit Erfahrungswerten und Intuition und kennt dich am besten, denn sie war immer schon in dir. Sie weiß was gut für dich ist.

Und jetzt weiß ich auch was es so auf sich hat,wenn man man von Verrückten spricht,die Stimmen hören.
Dennoch,die Hoffnung stirbt zuletzt, wie man so schön sagt. Meine Wutstimme sagt dazu: Total blöder Spruch. Ich glaube ich sterbe noch vor der Hoffnung. Blöde Hoffnung, ich hasse dich! Ich werde dich ermorden, nur um zu beweisen, daß es ein dummer Spruch ist, wahrscheinlich kommt der Spruch aus Kanada.  Ich bin so wütend auf mich selber. Sitze hier wie im Gefängnis, mein Leben ist so langweilig, es besteht aus Essen kochen,für Tochter und boyfriend, welches ich selber  nie esse, weil alles für mich wie Pappe schmeckt,einkaufen gehen und sauer sein. Blöde Hoffnung, du bist schon tot. Das ist aber auch ein echtes Scheißgefühl, weil das heißt das ich wirklich hoffnungslos bin.

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Die Pickering Chicks

Meine ignorierte innere Stimme schweigt mich an. Ich versuche Kontakt mit ihr aufzunehmen und habe ein Traumtagebuch begonnen.
Ohh mein Gott,sind meine Träume wirr. So sind Träume und wirr sind sie nicht, man muß nur ihre Sprache lernen. Eine Farbe verfolgt mich in meinen Träumen. Es ist die Farbe Rot. Fast jede Nacht erscheint sie mir im Traum. Rot wie Wut, aber auch Leidenschaft,was heißt, ich solle meine Wut vielleicht mal rauslassen, um wieder Leidenschaft zu fühlen. Nicht gerade buddistisch. Egal!Ich bin ja auch kein Buddhist.
Genug von meinem Innenleben,auch wenn das ein aufregender Platz ist, (Gähn!)ich muß mal ein paar kanadische Themen einflechten. Das es hier tot ist,habe ich ja schon erzählt. Ist ja nix Neues.

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Designerhochhaus in Toronto

Aber tot sein schützt nicht vor skurrilen Alltagstücken.Zum Beispiel es gibt hier keine Onlineüberweisungen. Jedenfalls nicht für Privatpersonen.Hier arbeitet man mit Schecks oder money order.Da geht man zu einem money order Ort, wo man Geld einzahlt, dafür bekommt man einen Schein und den schickt man mit der Post zu dem Geldempfänger. Falls ich das richtig verstanden habe. Nicht daß ich etwas damit zu tun hatte bis jetzt,bin finaziell weit davon entfernt, dennoch hat es mich interessiert, weil ich Janes Tanzschule per Überweisung bezahlen wollte, statt es der nicht vertrauenswürdigen Tanzangestellten in die Hand zu drücken. Die Tanzschulentante wußte gar nicht was eine Überweisung ist und laberte etwas von money order, und ich war total verwirrt, weil ich nicht wußte was money order ist. Daraufhin fragte ich meinen Boyfriend. Er erklärte mir das ganz genau. Ich sagte sehr deutsch: „Echt bescheuert!“ Er antwortete mir auf kanadisch:  Well, that’s the system. Every country has its own system… Ja, danke für die Info. Sprich bitte nicht weiter, ich brauch keine weitere Erklärung. (Mein boyfriend ist der geborene Erklärer.Er verliert niemals die Geduld und kann die gleiche Sache 1Million mal wiederholen ohne daß die Begeisterung und der Enthusiasmus in seiner Simme nachlässt).
So was unpraktisches und umständliches. Minus 100 Punkte für das Banksystem. Dumm und dümmer. Nur  ohne Humor.

Dann gibt es ein System für Mülltüten in der Küche. Ein hirnrissiges kurvenreiches Drahtgestell, daß sich jeglicher Logik entzieht. Siehe Foto.

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Kanadisches Mülltütensystem

Man kann die Mülltüte zwar irgendwie dran befestigen, aber nicht gut.

Kann natürlich auch sein, daß sie der Zeit voraus sind, die Kanadier. Fragt sich bloß welcher Zeit. Vor 200 oder dreihunder Jahren zwei Monate voraus. Oder nachdem die Welt schon untergegangen ist haben ein paar Leute überlebt, und zwar weil sie eingefroren waren und haben mit ihrem frostgeschädigten Hirn das Land wieder aufgebaut. Ich bin in der Zukunft gelandet, nach der großen Katastrophe. Das ist das Kanadagefühl.

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Kanadaflagge und Veteranengedenkding im Rollatorpark in Pickering

Schlimm ist es wenn man irgendwo anrufen muß, weil man sich wegen einer zu hohen Rechnung beschweren möchte, was oft passiert,weil sie damit rechnen,daß der Durchschnittskanadier zu höflich ist zu beschweren und einfach zahlt. Da hat man dann Leute am Apparat, die man nicht versteht, meistens Chinesen oder Inder, die zwar lehrbuchenglisch sprechen, aber so einen starken Akzent haben, daß man sie nicht versteht. Aber sie sind meistens sehr höflich und helfen einem gerne weiter.Sie lassen sich niemals aus der Ruhe bringen.Sie sind die perfekten falsch programmierten Roboter.Wären sie richtig programmiert,dann wurden sie auf Roboterart sagen: Kanada kalt.Nicht gut für Getriebe.Muß gehen.

Seifenblasen. Macht euch auf etwas gefaßt. Der Bubblemaker ist nicht an dem Deckel befestigt, man muß in die glitschige Soße reinfassen und ihn rausfischen um Seifenblasen zu machen.

Seifenblasen für Katzen. Mit Catnip. Ein echter Luxus.  Funktionieren genauso blöd, aber nur für Minuten, danach kann man aus unerklärlichen Gründen keine Seifenblasen mehr machen und die Katze schaut enttäuscht.

Apotheken Angestelllte. man fragt sie nach homöopathischen Mitteln, sie schauen einen an wie ein Auto und sie rufen den Manager.

Makeup Entferner kostet zwischen 7 und 12 Dollars.

Und dann die Schilder. An der Ampel wird man gewarnt von einem Schild, daß vor den Drähten warnt an dem die Ampel befestigt ist. Na super.Da laufe ich dann doch lieber bei rot über die Straße.

In einem Naturschutzgebiet gleich neben dem Kernkraftwerk ist ein Schild wo draufsteht: Real birds don’t eat bread.

Gut zu wissen, ich füttere dann eben die unechten Vögel.

In Janes Schule, die ja eine katholische ist, muß man als Mädchen unbedingt Schuhe tragen wo man die Knöchel sehen kann und wenn Schuhe über die Knöchel gehen, dann ist das sehr schlimm. Knöchel scheinen in Kanada antisexy zu sein und deswegen muß man sie in einer katholischen Schule sehen können. Hallo Hirn, where are you? I am fine thank you. Thats good. Have a nice day.

Neulich beim Einkaufen hatte ich so etwas wie einen Stalker. Ein Mann an der Ampel versuchte mich anzubaggern. Das war ja mal so was von kanadaisch! Ich war auf meinem Fahrrad er schaute mich an und sagte :“That’s a good idea.“ Ich sagte etwas wie:“ Ja, ich weiß. So muß ich nicht durch die Häßlichkeit laufen. “ So was verstehen die Leute hier nicht. Weil sie Schönheit nicht kennen. Punkt. Dann sah er mich an und faßte meinen Handschuh an und sagte: „You are in a good shape. Are you russian?“  „Nein ich bin aus Österreich.“ Ich wäre der erste österreichische Mensch, der ihm jemals in seinem Leben begegnet ist. Ich sagte ihm, daß das kein Wunder sei, weil die Österreicher sehr intelligente Menschen sind und normalerweise nicht in Pickering landen. Das müßte ihn jetzt aber abschrecken. Ein Glück  die Ampel schaltete um. Als ich im Supermarkt vor der Kosmetik stand kam dieser Typ auf einmal um die Ecke und starrte in meinen Einkaufswagen. „Lots of food“, war sein pfiffiger Kommentar. „Ahh, Körnerbrötchen“, nächster Kommentar. Ich sagte ihm, für meine Tochter. Er:“She doesn’t like plain stuff.“ Ich wünschte ihm einen schönen Tag und ging zur Kasse. Danach begegnete ich diesem Menschen noch 3 Mal  innerhalb von einer halben Stunde an verschiedenen Orten. Bei der letzten Begegnung quatschte er mich noch mal an.“ Sorry, can I ask you something personal? „Na klar, frag einfach. „Are you married?“ Ich sagte ihm, daß ich es sei und wünschte ihm viel Glück  beim Chickpicking in Pickering.

Kanadier auf Frauensuche in Pickering. Immerhin, er hat es in meinen Blog geschafft.

Ich weiß das sind alles unwichtige Kleinigkeiten, aber summiert man unwichtige Kleinigkeiten werden sie zu einer großen Sache, besonders wenn es kein positives Gegengewicht gibt.

Das alte Lied, das alte Leid

Und deswegen habe ich auch ein Lied geschrieben, letzten Frühling, als die Hoffnung noch lebte und auch mein Humor.

Auswanderer Blues Rap

T-Shirt bei minus 10, Bikini im Schnee

Minigolfakademie und Würmerpicken bei Night

Kanada ist anders

Kanada is crisp

die Menschen sind nett

Beton, Eis, Zucker und Fett

Hi honey, how do you do?

I am doing fine und you

Ich nehm heute das Eichhörnchenmobil

fahr zur Fried Nutella Farm

Everything is beautiful

Everything is fried

Kanada ist anders

Kanada is bright

Nimm noch ein Muffin mit auf den Weg

You never know

It might snow

Veteranenpark und Heilsarmee

Petrescuefarm brennt down in Pickering

Mann mit Ziege sucht ein Home

Zimmer mit Aussicht

auf Parkplatz bitte schön

Meine Tochter ist jetzt biopolar

alles nur wegen Kanada

Kanada ist anders

Kanada ist tralala

Alles hier ist wunderbar

Fried Joints im Fahrstuhl

dann Eisfishen mit Jack und John

Pack die Schnitzel ein

You never know

It might snow

Kanada ist anders

Kanada ist hirngechillt

Hi honey, how do you do

I am doing fine and you?

einkaufswagen

Parkplatzpoesie

 

Oh mein Gott war ich damals positiv.

Wenn ich jetzt ein Lied schreiben würde würde sich das so anhören:

Fuck you Kanada

dein Ahornsirup kotzt mich an

ich bin ein Idiot in Not

und die Hoffnung ist tot

Fuck you Kanada

basic living mit Plastikgehirn

Zombies high auf Hamburgern

und ich dazwischen

Hoffnung tot

Ich bin ein Trottel in Not

Tote Hoffnung

ist mein bester Kumpel hier

gleich nach dem Online Quijaboard

Fuck you Kanada

und deine blöden Seifenblasen

OHHH, jetzt geht’s mir gleich viel besser.

Bis zum nächsten Mal meine Lieben, ich hoffe ich kann etwas Schönes berichten, etwas spirituell wertvolles und praktisch verwertbares und nicht mehr nur kreativ negativen Müll.

EIM SSO SORRIHH (durch die Nase)