Kanada Report,Teil 17

Fröhliche Lästermäuler

Drei Jahre sind schon vergangen. Drei ganze schöne Jahre in meinem kurzen Menschenleben. Drei Jahre sind so eine lange Zeit.Beängstigend lang. So sehr ich auch versuche den Boden unter meinen Füßen zu spüren oder einen Glimps (gibt es das Wort überhaupt)in die Zukunft zu sehen,ein kleines Licht im schwarzen Loch,da ist leider nur eine eiskalte dunkle Mauer. Und die Mauer spricht mit mir in einer krächzenden Stimme und sagt: „I am so sorry,I really don’t know.Sorry about that.Have a good day!“

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Urlaubsbild, Kuba, Dinosaurierpark, Santiago de Cuba

Lieblingswörter und Lieblingssprüche ziehen an mir vorbei wie stinkende Abgase und ich stehe da mit meinem Schmetterlingsnetz und tu so als wäre ich ein netter harmloser Träumer mit einem Schmetterlingsnetz. Aber ich will keine Schmetterlinge fangen,sondern Lieblingssprüche und Lieblingswörter von Kanadiern.

Ja,was wurde aus Ihr in der Fremde? Ich hab gehört sie ist verrückt geworden. Sie fängt Wörter und Sprüche und zerschmettert sie.

Ja,ist das denn möglich? Ja,ja,ich habe es gehört.Tja,was es alles gibt!

Wenn man einen Kanadier fragt,wie es geht, bekommt man sehr oft zu hören: „Not too bad.“ Ab ins Schmetterlingsnetz mit dem dämlichen Spruch. Obwohl er ja fast ein bischen nicht schlimm genug ist für mein Schmetterlingsnetz. Irgendwie ehrlich.Es geht allen Scheiße hier,aber so krass wollen sie es nicht sagen,deswegen sagen sie not too bad. Ein anderer Spruch, den ich hasse ist:“ Thank you, hon.“Sie meinen Danke,mein Honig. Das sagen sie zu jedem. Egal wie unappetitlich und widerlich der Mensch auch aussieht, er wird Honig genannt. „God bless“. Auch so ein nervender kanadischer Ausspruch.  Diese Leute hier rennen immer in die Kirche und reden von Gott, aber nicht weil sie so nett sind und irgendetwas religiöses fühlen, sie sind Babypuppenzombies,und wenn man auf den Bauch drückt,sagen sie God bless. Sorry god, der Spruch ist reif für mein Netz. Für mein Zerschmetterlingsnetz.

Das ist nur eines von meinen morbiden Hobbies, die ich entwickelt und erfunden habe um einen Kick zu bekommen. Ein Kick der war nicht ins Tor schießt, sondern ein Kick um des Kickes wegen. Und das alles ohne Drogen. Ich könnte den ganzen Drogensüchtigen hier wunderbar helfen mit meiner drogenfreien Kickerfindungen und ihr kreatives Hirnareal etwas aktivieren, sofern davon noch was übrig ist.

Meine ersten Gänseblümchen in Kanada, gefunden in Owen Sound. Das Glücksgefühl läßt sich kaum in Worte fassen, weil ich dachte es gibt so was gar nicht in Kanada. Ich habe immer Ausschau nach ihnen gehalten und sogar Dr. Google gefragt.

Ein anderes Hobby von mir ist Leute in Gedanken ganz furchtbar zu beleidigen, weil sie stinken, fett sind und weil ihre Haare keine Farbe haben und weil sie rotgeränderte Augen mit Schuppen zwischen den Wimpern haben, und weil sie asozial mit ihren nervenden übergewichtigen Kindern reden und weil ihre Gesichter aussehen wie alte verschimmelte Küchenschwämme und weil sie beim Krächzen Spuckpartikel verteilen in der Luft die ich eigentlich noch atmen wollte. Und dann nachdem ich sie in Gedanken auf brutalste Weise fertiggemacht habe, versuche ich gleichzeitig freundlich zu sein und extra nett, nicht ohne einen Hauch von Arroganz, der mir eine extra Brise Charisma hinzufügt, so daß sie sich wie totale Untermenschen fühlen, was sie übrigens auch sind. Es gibt ja immer diesen Spruch, man solle schöne Gedanken haben, ich habe wunderschöne Gedanken, nämlich wie ich die Welt von Häßlichkeit und Dummheit befreie.

Die Hexe in mir

Ein anderes Hobby von mir ist, wenn ich frei habe, mir ganz viel vorzunehmen, was ich alles machen muß, damit ich mein Leben verbessern kann, aber dann nur auf dem Sofa zu liegen und blödsinnige Fragen auf Google einzutippen. Oft bin ich sogar zu faul zum essen. Zwischen meinem Faulsein zelebrieren schaffe ich es irgendwie dann doch noch auf mein Simply Fit board und mache mein 17 minütiges Ganzkörpertraining mit meiner YouTube Trainerin. Durch den Sport ist meine Hirnfunktion angeregt und ich fange an mir einzubilden, daß ich ein Genie bin und analysiere das menschliche Dasein und finde es einfach nur lächerlich und absurd. Besonders in Kanada, weil immerhin das ist ja mein Kanada Report. Das liegt auch am Namen, womit wir zu einem andern Hobby kommen. Das ich zwar nicht betreibe, aber vielleicht in der Zukunft. Also zum Namen Kanada, aus den Buchstaben kann man einfach keine anderen Wörter machen, außer nada, was „nichts“ heißt auf spanisch. Oder na und da. Also Theorie schon widersprochen, das sind schon drei Wörter und jetzt habe ich noch eines gefunden. Dank. Wofür denn bitte schön? Paßt aber, wenn man es genau nimmt, weil die Leute hier einem immer erzählen wie dankbar sie sind. I am so thankful, that I live in such an amazing country. Totaler Zerschmetterlingssatz. Nada Dank von meiner Seite.

Es gibt auch gute Dinge hier, wie zum Beispiel meine Arbeit. Die ist hauptsächlich gut, weil man hier sonst nichts machen kann, außer vielleicht mit Eichhörnchen im Park zu flirten. Ich mag meine Arbeitskollegen. Alles Leidgenossen. Meine Mitinsassen sozusagen. Ich arbeite in einem Secondhandladen (Klamotten, Haushaltswaren, Elektronik usw.) und da habe ich es hauptsächlich mit extrem nervenden Kunden zu tun. Meine Arbeit ist eine Zerreißprobe für meine Nerven. Was daran gut ist, erkläre ich jetzt. Also ich kann arbeiten und gleichzeitig meine Hobbies betreiben und Sätze einfangen, ich kann widerliche Menschen in Gedanken fertigmachen, manchmal gerate ich sogar in ganz reale Streits mit abscheulichen Kreaturen, die als Kunden in den Laden kommen. Die Streits enden immer damit, daß sich die Kunden bei meiner Chefin beschweren, der das aber total egal ist, weil sie not fucking cared. Natürlich gibt es auch ein paar nette Leute, aber der Großteil ist wirklich wie aus einem Horrorfilm wie zum Beisspiel  „Wrong Turn“ oder so was in der Art. Ich liebe diese Momente, wenn ich mich mit Kunden anlege. Da sind echt totale Highlights, Assiwettbewerb. Mein bester Streit war als eine alte Abwasserhexe zu mir gesagt hat: You got an attitude. Ohh ohh, das hat sie genau der Richtigen gesagt. Sie hat sich daraufhin eine halbe Stunde hysterisch bei meiner pakistanischen sanftmütigen  geduldigen Kollegin beschwert, weil sie dachte es wäre meine Chefin und hat dann einen Wutanfall bekommen, als sie rausgefunden hat, daß sie gar nicht die Chefin war. Das war ein guter Tag in Kanada. Wie im Gefängnis. Wenn es da kracht sind alle entertained.

Alles in allem habe ich viele neue Seiten bei mir entdeckt und  neue Schichten von kreativer Destruktivität freigelegt. Dafür bin ich fucking thankful,man.

So, jetzt habe ich den ganzen Frust rausgelassen, muß leider über meinen Blog sein, weil ich immer noch keine Freunde habe, jedenfalls keine engen mit denen ich über alles reden kann, ich ARME, schluchz heul, genug gejammert.

Die Riesenente beim „Hootest Yardsale under the sun“ in Owen Sound

Das dritte Jahr in Kanada war wirklich das Beste von den drei Jahren, die wir hier schon leben. Ich habe bei mir eine Veränderung festgestellt, fühle mich stärker und weiser (richtig gehört bzw. gelesen)). Das heißt jetzt aber nicht, daß ich in Zukunft pseudoglückliche, sektenmitgliedsmäßige Beiträge schreibe, nein, nein und nochmals nein. Ich bleib bei meinem bissigen Schreibstil, aber trotzdem wäre es falsch, ausschließlich den Frust rauszulassen, weil es gibt ja auch schöne Momente, sogar hier.

Mit weiser meine ich, daß ich immer mehr alles von oben betrachte und mir immer mehr einfach idiotisch vorkommt und als ein Produkt von hirngewaschener Intelligenz. Wenn man einmal auf dem Trip ist, gibt es kein Zurück mehr. Es fällt einem immer mehr auf was Menschen alles an Dummheiten machen. Natürlich nicht nur hier, sondern überall auf der Welt, aber hier fällt es einfach mehr auf, weil man so wenig Möglichkeiten hat, sich auf angenehme Weise zu zerstreuen. Ich saß gestern mit meiner Tochter auf einer Bank auf einem riesengroßen Parkplatz und haben Mineralwasser mit Kohlensäure und Zitronengeschmack getrunken. Damit wurde auch schon das Maximum an Spaß erreicht, was man hier haben kann. Wir haben einen Lachanfall bekommen. Vielleicht kam es von der Kohlensäure.Vielleicht kam es von unserer dazugewonnen Weisheit. Lachanfälle sind auf jeden Fall etwas Tolles. Ich brauch mehr davon.

 

 

Ein Tip an alle , die schon ausgewandert sind oder noch auswandern wollen und dringend ihre Papiere übersetzen lassen müssen, ein Link für Übersetzer für Auswanderer

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Kanada Report, Teil 16

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Ein  hungriger junger Coyote auf einem leeren Fußballplatz schaut uns an. Wir glotzen zurück. Ist er wirklich da? Was ist das, ein Wolf? Ein Hund? Nein, es ist ein Coyote. Wow. WAu Wau. Er wendet sich ab und geht. Wir sind nicht interessant für ihn. Natürlich nicht. Wir sind Menschen, so was unsympathisches. Mal ganz milde ausgedrückt. Er wollte ein Kaninchen jagen. Diese Menschen versauen einem alles. Und dann glotzen sie so blöd. Wäre ich mit meinem Rudel hier, würde ich sie anfallen und in Stücke reißen. Aber nicht essen. Nein, liegenlassen. In der scheißkalten Wintersonne verdörren lassen. Den allesfressenden Ameisen zum Fraß geben. Diese Scheißleute. Ich habe seit zwei Wochen nur Mac Donalds Reste aus dem Mülleimer gegessen, und gerde als so ein leckeres Kaninchen fast mein Abendessen wurde, kommen diese Schwachmaten aus dem Gebüsch-

Wir kamen aus einem Waldstück, als ein Kaninchen an uns vorbeiraste. Wir schauten nach links. Da stand er. Hungrig. Und enttäuscht. Des einen Leid, des anderen Freud. Er war das Highlight dieses Winters. Er war das Highlight seit letzten September, als ich das letzte mal einen Beitrag geschrieben habe. Er war das Highlight seit ich in Kanada lebe. Ein einsamer Coyote auf dem Fußballplatz. Auf einem matschigen einsamen Fußballplatz an einem Sonntag im Februar in Kanada. Am Rande einer merkwürdigen kleinen Stadt an einem großen See. Eine richtige Sonntagsstadt. Verstaubt. Etwas unheimlich. Aber nicht spannend unheimlich, eher unangenehm unheimlich. Unheimlich wie ein Haar in der Suppe, die man nur aus Höflichkeit ißt, weil die alte Frau, die sie einem die Suppe gibt leid tut, weil sie wahrscheinlich bald stirbt und dann neben dem matschigen leeren Fußballplatz am Rande der Sonntagsstadt begraben wird. Es ist eine Gemüsesuppe mit Dosengemüse. Erbsen und Karotten. Der Topf war auch nicht sauber. Er wurde nur mit Seewasser ausgewaschen. Die Frau schlurfte zum See in alten Filzpantoffeln und Kopftuch. Sie mußte nicht zum See schlurfen, aber sie hatte vergessen, daß sie fließendes Wasser hat, sie ist ein Opfer der Sonntagsstadt, die Sonntage, die verstaubten Sonntage haben ihr Gedächtnis zerquetscht, weil sie so schwer sind. So schwer wie ihr Gang zum See, in der Hand den dreckigen Kochtopf, sie kommt ans Ufer und taucht den Topf ins eiskalte Sonntagsseewasser in der Sonntagsseestadt. Sie sieht nicht den toten Riesenfisch, der drei meter entfernt im kühlen Sonnenlicht vergammelt. Sie sieht ihn doch, aber sie denkt es ist ihr Nachbar und sagt: Washing the dishes, like in the old times. Der Nachbar ist taub und deswegen wundert sie sich nicht, daß sie keine Antwort bekommt.

Der Coyote schleicht manchmal in ihrem Garten rum. Letzte Notlösung für Hunger. manchmal liegen Pizzareste oder Pommes in ihrem Backyard. Nein es ist kein Garten, es ist ein backyard. Ein Backyard von einer alten Frau. Das sieht so aus. Unaufgeräumt, Holzscheite, ein altes Motorrad, vertrocknete Büsche, ein roter kaputter Sandkasteneimer und Zigarettenstummel, Pommes, Pizzareste. Verwahrlost . Ungemütlich. Trostlos. Die Frau, die eigentlich gar nicht mehr da ist, aber es nicht weiß. Deswegen schlurft sie ja auch jeden Tag zum See und wäscht ihre Töpfe mit dem Sonntagsseewasser und kocht immer die gleiche abscheuliche Gemüsesuppe mit dem immer gleichen Haar in dem immergleichen Zweiteweltkriegs Soldaten Blechteller mit Keramikbelag, der nicht mehr ganz intakt ist.

Der Coyote sieht den Altefrauengeist. Er mag sie. Obwohl er keine Menschen mag. Aber er mag Menschengeister. Sie machen nichts Böses. Ein Menschengeist ist wie ein Bild im Museum. Total harmlos. Aber man schaut es an und sieht eine Geschichte.Coyoten lieben Geschichten. Und in den paar Bruchteilen von Sekunden, als wir ihn sahen übertrug er per Telepathie die Geschichte von dem Altefrauengeist mit der verdammten Gemüsesuppe in mein Hirn.

Und der Grund warum ich empfänglich für Coyoten Telepathie war, ist, weil ich wie die alte Frau dieses blöde Haar in der Suppe nicht los werde. Und weil ich mich wie ein Geist fühle, ich wasche zwar nicht mit Seewasser ab, aber ich wasche das Geschirr von Hand, was ein ähnlich ödes Gefühl in mir produziert, der taube Nachbar ist meine Seele, die sich anfühlt wie ein vergammelter Riesenfisch am Sonntagssee. Und ich habe Gemüsesuppe immer gehaßt, Gemüsesuppe ist für mich so was wie ein verwahrlostes backyard in der Gemüseesuppensonntagsseestadt.

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Am liebsten schreibe ich, wenn ich mich total miserabel fühle. Deswegen sind meine Beiträge auch etwas düster von Zeit zu Zeit.  Was leicht untertrieben ist.  Mein Kanada Report hat sehr optimistisch angefangen Anno 2014 und ist mit jedem Beitrag pessimistischer geworden. Wie ein Psychothriller. Es gibt Menschen die sagen, man muß nur schöne Gedanken haben, dann fühlt man sich auch gut. Das Problem ist nur, daß man wenn man sich schlecht fühlt, einfach keine schönen Gedanken haben kann. Und dann ganz plötzlich, ohne ersichtlichen Grund und ohne diese gewollten schönen Gedanken, fühlt man sich plötzlich besser. Was für mich ein Beweis ist, daß man seine Stimmungen und Gefühle eben nicht einfach so beeinflussen kann mit  Gedanken. Wir sind ja keine Computer. Oder etwa doch? Vielleicht halbe Computer. Man kann sich bis zu einem gewissen Grad programmieren, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Gefühle und Stimmungen kommen bei mir wie Besucher, die ich nicht einlade. Plötzlich sind sie da, machen sich breit und benehmen sich schlecht. Und dann plötzlich ziehen sie sich ihre stinkigen dreckigen Schuhe an und gehen wortlos weg. Und plötlich bin ich  fröhlich und leicht und alles ist gut. Bis zum nächsten Mal. Wo kommen diese Besucher her? Was wollen Sie? Es ist an der Zeit das rauszufinden.

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Schaufensterpuppe (Modell unheimliches Geisterkind) in der Sonntagsseestadt

199 Jahre first Settlement

First Settlement 1789 bis 1998

Die gute Nachricht ist, daß sich momentan keine ungewollten Besucher in mir breitmachen. Und ich fühle mich dementsprechend entspannt. Und das obwohl ich immer noch am häßlichsten Ort dieser Welt wohne, ich mich immer noch nach Schönheit sehne, es viel zu kalt ist für Mai, sogar für Mai in Kanada, es in Strömen regnet und so weiter und so weiter. Endlosliste.

Wenn man nicht an dem Ort ist, wo man denkt oder sich einbildet, daß man dort viel glücklicher wäre, sollte man umdenken. Der Ort ist man selber und man muß in erster Linie bei sich selber ankommen.

Und wenn man gerne bei sich selber ist, kann man auch ganz konstruktiv mit seinen ungewollten Besuchern umgehen. Man sagt freundlich, aber bestimmt: Ich lasse dich gehen. Viel Glück und alles Gute. Denn immerhin haben sie den weiten Weg gemacht, aus dem Land der Unendlichkeit um dich zu sehen. Sie brauchen Hilfe. Du mußt ihnen sagen: Geh zu dir.Da bist zu zu Hause.

Alles Theorie. Die Wirklichkeit sieht anders aus. In Wirklichkeit sollte man mit den Besuchern sprechen. Sie haben nämlich wichtige Botschaften aus dem Unterbewußtsein und sich Dinge schönzureden bringt einen wirklich nicht weiter. Und als Mensch ist man abhängig von seiner Umgebung, außer man ist ein Mönch oder man ist in einer Sekte.

 

 

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Das Leben ist wunderlich, drum wunder dich nicht, wenn ein Wunder wunderlich ist

Genug mit dem Gefasel. Wir haben heute 8 grad Celsius, die Bäume sind erst zu einem drittel grün, meine Katze sitzt am Fenster und starrt auf die vorbeifahrenden Autos, es ist der 7.te Mai 2017 und es ist Sonntag.
Das war es mit der Folge 16, etwas kurz diesmal, dafür aber vollgepackt mit wertvollen Infos. Wie immer. Tschühüss!

 

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Kanada Report, Teil 15

Schreiben.

Was ?

Das.

Was ist das?

Das was ist.Das ist was.

Achso.

Achso was?

Das was!

Achso das.

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Schwitzen im Sebtember.Das Rauschen der Autobahn ist immer noch leiser als meine inneren Stimmen, die wirr sich anschreien, entwirrt werden wollen, entwirrt werden müssen, doch kleben sie wegen der Hitze wie verschweißt zu einem lauten Kauderwelsch.

Erst Hitze,dann Regen

Der Regen macht mich hoffnungsvoll und hoffnungslos zugleich, denn mein Regenschirm ist verschwunden und mein Radarschirm auch. Und so sitz ich da halb liegend mit dem Rücken zur Wand, mein Halt, wünschte ich hätte ein Kissen aus Eis um meine Gedanken eiskristallklar werden zu lassen. Wenn die Seele sich versteckt und man nur noch ein ganz leises Hauchen hören kann, daß aber immer noch lauter ist als der Lärm der rasenden Autos, den Marionettenspielern der Marionetten, die sie dahinrauschen lassen in die verschmutzten Gewässer des öden Alltags. Eintönig, beschleunigt und tot.

Eintönig beschleunigt und tot. Dieser Satz kommt mir so  wahr vor für das moderne Leben.Ganz besonders,seit ich hier lebe.Davon habe ich ja wirklich schon genug erzählt.Zuviel.Obwohl ich nicht beschleunigt bin, aber eintönig und innerlich…,nein ich bin nicht innerlich tot,ich bin traurig über die Eintönigkeit. Solange man noch traurig ist,ist man noch sehr lebendig.

Die Zeit hat die Bedeutung verloren, denn niemand sieht sie mehr. Sie ist weg. Die Zeit ist weg. Sie wollte gehen. Und so verging die Zeit.

Wenn das alles so ist, wenn ich mich in so einem seelischen nach Mitternacht  im Industriegebiet bei 0 Grad und Regen,mit Nassen Schuhen Gefühl befinde, hilft mir meistens nur noch eines, und zwar den ganzen Wirrwar in Worte zu fassen, weil ich, wie alle Menschen mit der gleichen seelischen Störung, niemanden zum Reden habe.Was mich nicht wundert.Das Schweigen ist mein Schutz,die Einsamkeit inzwischen ein Freund geworden,mit dem ich mich wunderbar unterhalten kann.Nur alles ohne Worte.Und nicht wirklich wunderbar.Eigentlich ist es die ganze Zeit ein Streitgespräch.Ich wandle aber das Wort Störung in Strömung um. Hört sich freundlicher mir selber gegenüber an. Ich bin in einer Paralellströmung. Und sie bringt mich an Orte, die seltsam erscheinen. Erscheinen nicht wirklich, sie dunkeln mich an.Sie dunkeln mich ein. Doch wie eine Katze sehe ich im Dunkeln besser.

Ich sehe mich selber auf dem Bett sitzen. Ich sitze neben mir und neben mir sitze ich und daneben sitze ich und daneben sitze ich. Ein Spiegel im Spiegel im Spiegel, und es hört nicht auf.Niemals.Ich habe Angst,daß dieses Gefühl niemals aufhört,dieses nicht rausfinden aus dem Labyrinth der  merkwürdigen Zustände.Dieses Gefühl festzustecken und alles was man hört ist das Echo seiner eigenen Gedanken.Schau dich an und schau in dich rein und schau auch mal wieder raus und vielleicht finde ich mich wieder und kann mich an den Haaren rausziehen aus dem Labyrinth der Verlorenen aus dem Spiegelland.

Ich hatte mich damals auch selber an den Haaren aus dem Spiegelland gezogen und bin in der  anderen Strömung geschwommen.Habe versucht mich anzupassen. Bloß wenn ein Fisch in fremde Gewässer kommt, ist das auch nicht leicht für den Fisch. Also meine Schuppen schillerten in einer gängigerenen Farbe und ich  schien mich strömungsentsprechend zu entwickeln. Es gibt verschieden Gewässer. Es gibt Bergquellwasser, da wo ich herkomme, bin jetzt in dreckigen Seewasser gelandet und will aber ins frische Meerwasser. Das Problem ist: Der See führt nicht zum Meer.

Und deswegen werde ich mich in eine Möwe verwandeln.In meinem Geiste.

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Möwe am St. Lawrence River in Montreal

Ich bin jetzt eine geistige Möwe (warum Möwe? Ich weiß nicht,aber ich fotografiere immer Möwen, ich habe unendlich viele Fotos von Möwen) und bevor ich mich zum geistigen Abflug begebe, schau auf die letzen sieben Monate.Die waren besser als die Monate davor, was eine gute Nachricht ist.

Ich habe mich zusammengerissen und mir fest vorgenommen,daß alles besser wird.Es  ging auch gar nicht anders,es konnte nämlich nicht mehr schlechter werden,subjektiv betrachtet.Subjektiv ist meine Realität und ich glaube nicht,daß irgenein Mensch auf dieser Welt sich und sein Leben objektiv sieht.Das muß ich sagen,wegen der imaginären Schlaubergerkommentare,die  aus der Zukunft auf mich einschallen) Es fing damit an,daß ich mir einen Job gesucht habe. Das habe ich vorher zwar auch schon versucht, war aber noch nicht synchron mit der richtigen Schwingung. Den Job habe ich aber letzendlich zufällig bekommen.Ich hatte ja bereits berichtet,daß wir ständig in Secondhandläden gehen und alles mögliche einkaufen,bevorzugterweise Vintageware.Unsere ganze Wohnung sieht inzwischen so aus wie ein Secondhandladen.Eines schönen Morgens war mir so nach Kram kaufen zu Mute,die Sonne schien ganz wunderbar und ich ging zum Thriftstore von der Salvation Army.Der ist ganz in der Nähe.Ich wünschte mir noch,daß der eine Typ nicht da ist,der dort arbeitet.Weil er stört meinen Flow beim stöbern,weil er mich immer zuquatscht.Er hätte gerne so eine Frau  usw.bla bla bla..halts Maul,du Nervensäge.Ich muß unbedingt englische Porzellantassen  finden.Nach 15 Minuten gebrochenen Englischmonologen von ihm habe ich dann meistens  keine große Lust mehr auf shoppen.Ich blieb trotzdem immer freundlich, auch weil er der einzige Mensch war,der überhaupt mit mir geredet hat.Ansonsten ist nämlich meine Katze der einzige Mensch mit dem ich rede. Vielleicht übertreibe ich ein bischen.Und er hat zwar ein wenig genervt,aber ich fand ihn trotzdem interessant,weil skurile Menschen sind nun mal interessant.Typ:nette Nervensäge. Er war ein Verkehrspolizist auf einer Karibikinsel, bevor er ins schöne Pickering zog um einen Sklavenjob bei der Heilsarmee zu machen.Heilsarmee hört sich so doof an auf deutsch.Auf englisch hört es sich ganz anders an:Salvation Army. Hat einen heroischen Klang.Trotzdem,wenn das nicht ein Griff ins Klo ist.Na ja,so läuft das hier für viele.Außerdem,was rede ich.Ich war ein Mensch in Berlin bevor ich hierherkam,jetzt bin ich eine Möwe an einem verseuchten See.

Und das ist etwas total Starkes,wenn ich so drüber nachdenke. Ich bin ein Survivor.Im Sinne von Bergsteiger und Schneesturm.Bergsteigen ist ja etwas freiwilliges,auch zwanghaftes und gefährliches,wegen Naturgewalten ect. und wenn man dann überlebt,dann ist man stolz.Wäre man nicht auf den Berg gestiegen,hätte man nichts erlebt,vielleicht Fernsehen geschaut,einen Film über Bergsteiger z..B.

An diesem schönen Morgen erzählte er mir,daß sie jemanden einstellen wollen und er würde ein gutes Wort für mich einlegen.So bekam ich den Job. Inzwischen bin ich über drei Monate dort.Bevor ich dort angefangen habe,hatte ich auch ein paar andere Dinge in Bezug auf Jobsuche unternommen.So bekam ich einen kleinen Modeljob für eine russische Fotografin.Sie fotografierte Jane und mich auf Fahrrädern vor der Bücherei in Pickering.Ein anderes Mal mußte ich Bürochefin spielen.

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Bei meinem Kleinanzeigenstudium  stieß ich auf eine Anzeige,in der Künstler gesucht wurden für Gemälde mit Politikern.Ich antwortete auf die Anzeige und schickte einen Link mit meiner Webseite. Letzendlich bekam ich den Auftrag,der einer war ,wo man nur vielleicht was verdient.Ich malte 3 Bilder mit Putin und Trump als Liebespaar,so lautete mein Auftrag.Irgendwie hat mein Auftraggeber aber dann das Feuer für die Aktion verloren und sich keine Mühe gegeben die Bilder zu verkaufen.Was aber nicht so schlimm ist, nicht so schlimm,aber schade ist es trotzdem

Wenigstens habe ich mich mit etwas beschäftigt und wer die Bilder gerne kaufen möchte,kann mich kontaktieren.

Trotzdem,obwohl mir die Sache von Anfang an komisch vorkam,hatte ich trotzdem 20 prozent Hoffnung,daß ich endlich meinen großen Durchbruch habe.

Nochmal zu meinem Auftraggeber,der schon ein bemerkenswerter Typ ist. Er ist Rechtsanwalt,arbeitet als Arbeitsvermittler fürs Arbeitsamt und zu der Zeit,als ich noch Kontakt mit ihm hatte,war er gerade in einem langwierigen Bewerbungsprozess für einen Job als Spion bei der Regierung Kanadas.Ich frag mich was draus geworden ist.Ich fand die Kombination aus Spion und Geschäftsmann mit zweideutigen Politikerbildern sehr originell.

Donald Trump,Vladimir Putin, political paintings

Halloweendeko im Salvation Army Thriftshop

Ganz kurz im Schnelldurchlauf .Unser Frühling/Sommer 2016: Es gab viel Sonne und keinen Regen. Zu der  Eintönigkeit des Ortes gesellte sich noch die Eintönigkeit des Wetters. Ich habe meine permanent residence bekommen  (in Kanada ein Grund glücklich zu sein)und eine Krankenversicherung(noch ein grund glücklich in Kanada zu sein). Wir waren eine Woche im Urlaub,endlich mal raus aus diesem Pickering,  erst in Montreal, da wo Kanada sich zur lebenslustigen Französin verwandelt,wo wir uns mit Waschbären vergnügten, ich much versehentlich mit Tequila bis zum Umfallen besoff,dann im Norden Ontarios, in Mattawa,einen hübschen Ort mit Wildwest Goldgräbertown Atmossphäre,dort wo dein Schwiegersohn dein Bruder ist und deine Mutter deine Schwester und dein Kind dein Großvater. Dort  sind wir Kanu  auf dem Ottawa River gefahren und haben nach Bären Ausschau gehalten.Ansonsten haben wir nicht viel gemacht, was aber nicht langweilig war. Unlangweiliges nichtstun. Und vor allem immer draußen sein, keine Autos hören, ich fühlte mich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder mehr wie ich selber.Ansonsten waren wir bei einer Hochzeit,Peters Cousine hat ihren langjährigen Freund,einen Politiker aus Toronto geheiratet. 

Ich habe ihnen ein Bild zur Hochzeit geschenkt,weil ich ja grad beim Thema Politikerbilder war.

Wir waren auch bei einer Beerdigung in Montreal,bei der heitere Stimmung herrschte,da die Beerdigung ein halbes Jahr nach dem eigentlichen Tod stattfand.Nur als wir gingen,und ich zurück aus Grab schaute,tat mir die einsame Asche in der Urne leid.Ein Symbol unendlicher Einsamkeit.Blödsinn,weil es ja nur die sterblichen Überreste sind,was ja viel mehr über den Tod sagt,als einem bewußt wird.Peter und ich waren oft am Strand neben dem Atomkraftwerk.Hört sich schlimmer an,als es ist,es war sehr angenehm dort und sehr entspannend.Einmal haben wir unsere Katze mitgenommen.Sie hatte furchtbare Angst aus ihrem Katzentrageding rauszugehen.Sie blieb da drinnen und schaute den Möwen zu.Ich nahm sie raus für ein Familienfoto.

Jane hatte einen schönen Sommer und sie hat endlich Freunde gefunden.Seit sie so viele Freunde hat redet sie sehr komisch englisch.Eigentlich akzentfrei,aber sie redet als hätte sie Kaugummi im Mund und blondgefärbte Haare und als würde sie in der einzigen Bar in Hilliebillie Village arbeiten.Ziemlich filmreif.Sie versucht auch sich anzupassen. Peter  hat einen neuen Job in naher Zukunft, er wird kein Trucker mehr sein,sondern ein Gabelstaplerfahrer,was obwohl es sich nicht so anhört, hier in Kanada ein Superkarrieresprung ist.Das gute daran ist,daß er jetzt immer nach Hause kommt und ich nicht die ganze Woche Truckerwitwe bin, die an der Autobahn lebt und denkt:What the hell did I came for? 

Ich habe auch Pläne,ich plane Geschirr wegzuschmeißen, weil ich nicht gerne abwasche ,weil abwaschen ultraöde ist und weil eine Hand aus der Spüle kommt und mich ins Spiegelland zieht,in denen körperlose verlorene Seelen an ihrer Hoffnungslosigkeit ersticken.

So schlimm finde ich Abwaschen. Und das ist nicht übertrieben.Geschirrspülen ist ein Symbol des überflüssigen Überflusses von überflüssigen Zeug.

3 Personen,3 Tellerchen,Gabelchen und Löffelchen und so weiterchen.Wie bei Schneewitterchen

Sonnenuntergang in Mattawa

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Chillende Waschbären auf dem Mont Real

 Ich will da nicht mehr hin,aber ich bin schon drinnen. Ich suche dort was. Habe etwas vergessen, denn  die andere Strömung ist  auch nicht mein Ort und ich  muß meine Seele finden die ich  im Spiegelland gelassen habe,weil sie mich genervt hat. Ich hole sie da raus und nehme sie mit,weil eine nervende Seele ist besser als keine Seele.Und wenn ich noch weiter drüber nachdenke, muß man sein Leben so leben,daß es gut für die Seele ist.Und dann nervt sie auch nicht mehr und man nimmt sie gerne mit.Immer und jederzeit.Und dann fliege ich mit ihr dahin wo der Windgott wohnt und das Wasser wild und lebendig ist. Soviel ist sicher.

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Das war das.

 Detailliertere Informationen gibt es eventuell in meinem Buch, welches im Jahre xxxx erscheinen wird.

Ich sag dann  noch Bescheid.

 

An alle Auswanderer , die einen Übersetzer brauchen, hier der Link.

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Kanada Report, Teil 14

Wenn im Frühling die Vögel morgens zwitschern und man mit diesem Glücksgefühl erwacht und sich einfach nur freut,daß es draußen sonnig ist, die Leute entspannt und gut gelaunt, man selber voller Energie ist und auf sein Fahrrad springt und erfüllt mit

Vogelgezwitscher seinen Aufgaben nachgeht, was auch immer sie sein mögen, und einem dabei nicht einmal dieses graue, tote Alltagsgefühl befällt. Man sieht das Beste und Schönste in allem und jeden und man ist der glückliche Fels in der Brandung, nein der glückliche Fels ohne Brandung, nein man ist das Vogelgezwitscher in den Baumblüten, man ist der Wind der Freude transportiert, man ist der Blütenstaub auf der Katzenschnauze, der immer schon mal gerne auf einer Katzenschnauze sein wollte,so etwas wie die Malediven für Blütenstaub. Man ist der Geschmacksnerv, der entzückt ist über den Kaffeegeschmack,der ihn auf ein Tässchen besucht. Man springt vom Fahrrad,flattert zum Bäcker wie ein kleiner Spatz und bestellt mit zwitschernder Frühlingsmelodie Brötchen und plückt auf dem Nachhausewg noch ein verirrtes Vergißmeinnicht vom Straßenrand, daß sich bald mit frischem Wasser vollsaugt und das Blau noch blauer macht, so blau wie es das Blau erfunden wurde.
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Wenn man morgens aufwacht und man denkt: Ochhneeeh!, die Sonne durch die Fenster knallt, die man weder putzen noch öffnen kann, der Autolärm,der niemals endende Strom der Abgase, einen daran erinnert, daß man in Zombieland lebt, man sich statt Sonne Regen wünscht, weil Regen etwas tröstendes hat, weil er die Tränen sind, die man nicht weinen kann, weil man das Vergißmeinicht ist, daß am Straßenrand ergraut ist, das Blau verlor und dem Blütenstaub beibringen muß, das er niemals auf die Malediven für Blütenstaub auf den Schwinges des Sanften Frühlingwind fliegen kann, dann sollte man ein für allemal damit aufhören mit den  gewöhnlichen, wenn auch verständlichen Frustgedanken und sich auf eine Märchenebene erheben und anfangen die gute Fee zu rufen.
Sie wird kommen. Feen kommen überall hin, sie haben sehr gute Ohren,Feenohren eben, die Freude empfinden,wenn sie gerufen werden, weil sie das Grau wieder Blau machen wollen, und aus dem bittenden Namen des Vergißmeinichts mit einem Feenflügelschlag ein Ichvergessdichnicht zaubern.
Ohh mei Feechen, wenn ich genau hinhöre,dann kann ich den Feenstaub hören der durch die Abgase in meine Richtung tanzt, und auch wenn es nur ein Feenstaubkörnchen ist, daß heute auf meiner Seele landet, so werde ich es hegen,pflegen,ehren und liebhaben und zusammen Feenstaubspaß haben.

Hashtag Märchenebene, Hashtag esoterischer Motivationsworkshop, Hashtag Dr. Minnie Maus, Hashtag Allesohnedrogen, Hashtag Safetheblue, Hashtag Feenstaub

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Also die Sache mit dem Feenstaub ist nicht so ganz ungefährlich, es ist so als würde man eine neue Droge testen und man weiß nicht was sie für extreme Synapsenkomplikationen heraufbeschwören kann. Bei mir ist ein genetisch verändertes Feenstaubkörnchen angekommen, erst hatte ich plötzlich übermäßig gute Laune. Das ist bei mir allerdings seit ich hier lebe so üblich, 14 Tage Apathie, dann ein Tag Euphorie, dann ohne Fallschirm  abwärts. Das ist  Aua, dann wieder Apathie. Eindeutig nicht ganz auf seelisch mentaler Erleuchtungsebene. Also wie merke ich den Unterschied, ob es das Übliche war oder ein Feenstaubkörnchen?

Genetisch veränderte Feenstaubkörnchen kommen nicht wie angenommen aus einer Zwischenwelt in der Trolle mit Elfen knutschen, sondern sie kommen direkt aus der Sternenwelt. Die genetische Veränderung wird durch Eintritt in die Erdatmosphäre hervorgerufen, und hat keinen Einfluss auf den fundamentalen Effekt, sondern bewirkt einfach nur heftige physische Nebenwirkungen. In meinem Fall waren das Kopfschmerzen, die tagelang anhielten und sich nicht einmal mit den stärksten Pillen vertreiben ließen.

Aber das waren nur die Nebenwirkungen eines viel größeren chaotischeren Prozesses, und die genetische Veränderung von der ich gesprochen habe, war notwendig, denn wie Viren müssen auch Feenstaubkörnchen sich tarnen und anpassen um sich vermehren zu können.Sie nisteten sich also in mir ein, die lieben Feenstaubkörnchen aus der Sternenwelt und vermehrten sich in einem Wahnsinnstempo. Ich konnte es in meinen Armen und Beinen fühlen, und mein Herz beschleunigte sich um das Zehnfache und ich begann am ganzen Körper zu zittern. Es hörte einfach nicht mehr auf und es wurde stündlich schlimmer, wobei das ganze 4 Tage oder länger dauerte und dann kam es in mir zu einer Detonation.Erdbeben, Erdbebenopfer, Chaos, Trauer aber auch Befreiung und Wahrheit. Die Zeit nach dem Erdbeben,Nachbeben, Durst, Panik, Adrenalin, Chaos… Hoffnung..
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Nach jedem Erdbeben beginnt die Aufräumphase und man repariert und verbessert und man forscht und man baut das neue Haus aus besseren Steinen, auf einem besseren Fundament.

Ich habe das Gefühl, daß ich mich für lange Zeit in einem Strafexil befand, wo mich Sternenmagier gesendet haben, wie in ein grausames Inernat oder in ein sadistisches Gefängnis wo man mit subtilen Psychoterror versucht aus Verbrechern Superhelden zu machen.Mit Superkräften.Ich habe den Verdacht, daß ich eine von den ganz Harten bin und wie in einem Science Fiction Film bewege ich mich mühelos zwischen den  Welten, bewaffnet mit unsichtbaren kraftvollen mentalen Schwingungsverbesserungsmaschinen.  Und ich fühle wie ich langsam mutiere.Zu einer echten Superheldin.

Und ich kann schon die Augenbrauen sehen, die sich in Mißtrauen nach oben ziehen.Ich sehe auch ein paar agressive Augenbrauen, Augenbrauen,die sich durch meinen Bericht verärgert zusammenziehen. Augenbrauen brauen sich zusammen. Ist sie jetzt im Irrenhaus? Und wenn man es so sieht, daß dieser wunderschöne Planet Erde das Irrenhaus ist, bevölkert von der gefährlichen zerstörerischen Spezies Mensch, ja dann bin ich wirklich im Irrenhaus. Wie alle anderen auch. Aber ich bin nicht in einer Zelle. Sondern ich wandele zielsicher und traumwandlerisch in meiner Feenstaubplantage.

Und langsam kommt das Blau zurück.

Apropos Irrenhaus.Ist das nicht der Ort wo besonders schlaue Leute Zuflucht finden, um sich vor den Wahnsinnigen da draußen schützen?
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