Der Fisch des Superstars

Zuckerflosse

 

Der teuerste Fisch der Welt, der im Besitz eines berühmten amerikanischen Schauspielers ist oder war, (man weiß ja nicht , ob er noch am Leben ist, der Fisch), ist entführt worden. Seitdem ist nichts mehr wie es war im Leben des Superstars und mit besorgter Miene erledigt er seine Arbeit, geistig abwesend, in Gedanken immer bei dem Fisch.

Harrison Ford bei der Premiere seines Films: MORNING GLORY in Berlin

 

Auch sein treuer und teurer Begleiter, eigentlich auch sein engster Freund und sensibler Kumpel fühlt sich seit diesem Zeitpunkt im Zweifel darüber, ob er seinen Job nicht wegen zu großer psychischer Belastung aufgeben sollte.

In der ganzen Welt wird nun nach diesem Fisch gesucht. Die besten Detektive der Welt wurden vom FBI beauftragt ZUCKERFLOSSE, wie das Fischweib heißt, wieder zu dem verzweifelten Besitzer zurückzuführen. Lebendig oder, wenn es nicht anders geht, eben tot.

Detektive bei der Arbeit

 

Ein ganz wichtiges Kriterium bei der Suche ist sich unter das junge, geldarme und damit erpressungsfreudige Volk zu mischen und sie möglichst unbeobachtet zu belauschen.

Es ist nicht so, daß der Fisch erst neulich abhanden und hoffentlich nicht abwasser kam, sondern es geschah bereits vor ca. zwei Jahren. Damals ging der Superstar mit seinem zweitliebsten Haustier Gassi. Er hatte eigenen Angaben zufolge an diesem Tag schon so ein seltsames Gefühl, bedigt durch einen Traum, den er trotz normalerweise traumlosen Schlafes gehabt hat.

Wolfsbrut

Er träumte, das er mit WOLFSBRUT Gassi ging. Ein Dieb, der das beobachtete, schlich sich in sein Haus und entführte Zuckerflosse. Auf Grund dieses Traumes, der einem Teil seiner männlichen Psyche in eiskaltes Zittern versetzte, beschloß er am Folgetag dieses Alptraums in weiblicher Verkleidung mit seinem Hund rauszugehen. Dummerweise nützte ihm die Verkleidung gar nichts, denn just an diesem besagten Tag geschah das Unfaßbare.

Woher er an diesem Tag so schnell die sexy Stiefel in seiner Größe herbekam, ist auch weiterhin ein großes Rätsel für das FBI. Der Superstar schweigt an diesem Punkt  und er wird dieses Geheimnis möglicherweise für immer bewahren, welchen Schluß ein berühmter Phisiognom aus seiner Mundpartie zog.

Harrison Ford

 

Aber gerade die Tatsache der Verkleidung macht ihn  verdächtig. Verständlicherweise muß ich dazu sagen. Man munkelt, daß er unter einer Persönlichkeitsstörung leidet und den Fisch in Wirklichkeit verspeist hat.  Gerüchte eben. Ganz gemeine Verdächtigungen gegen einen Mann, der seit zwei Jahren  mutig am steilen Abgrund der Verzweiflung balanciert.

Aber seien wir doch mal ganz ehrlich und schauen den Tatsachen ins Auge. Niemand,nicht einmal sein bester Kumpel, hat Zuckerflosse je mit eigenen Augen gesehen. Alles basiert nur auf den Angaben eines Mannes, dessen Beruf es ist, sich zu verstellen. Die ganze Suche , der Riesenaufwand der betrieben wird, der Energie von den besten Agenten der Welt stiehlt, die eigentlich andere , viel bedeutendere Phantome jagen sollten, ist in den Augen vieler ein Dorn im Auge. Der Typ trägt heiße Stiefel, wenn er mit seinem Hündchen Gassi geht, schenkt bedeutsamen Träumen nicht genügend Beachtung , verschweigt wichtige Kleinigkeiten , hat einen Fischfetisch und ein Kommunikationsproblem.

Glücklicherweise ist der gute Herr reich und bezahlt alles aus eigener Tasche. Wenigstens werden keine Steuergelder dafür verschwendet.

Gerade hat mich eine unglaubliche Meldung erreicht, die mich mit Erleichterung erfüllt. Der Superstar wurde dabei beobachtet , wie er sich bei einem Fischhändler einen neuen Fisch gekauft hat.

Neonbaby

 

Damit ist diese dramatische Suche zwar erfolglos zu Ende gegangen, doch freuen wir uns mit dem vom Schicksal gebeutelten Star, daß er seinen Schmerz loslassen konnte und wünsche ihm alles Gute mit seinem neuen Lieblingsfisch NEONBABY.

PS: Anmerkung der Verfasserin:

Diese Geschichte ist reine FANTASIE, es besteht KEIN  Bezug zu reellen Vorkommnissen.

Die Fotos wurden bei einer Filmpremiere von mir gemacht und  wurden als Basis für meine Geschichte benutzt.

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Der Silvesterzombie

Der lila Rauch gebar ein Wesen,

daß bis zu diesem Tage noch niemals dagewesen

in dieser Form, an keinem Ort, zu keiner Zeit

Nicht schön ist es, dafür recht ungelenk,

kein guter Tausch sagt man,

aber es lebt,

und doch weiß es nicht

warum es hier.

Es wendet sich nach allen Seiten hin,

doch niemand kennt es, sieht es, hört es

So schlurft das Wesen einsam durch die kalte Stadt

ein Wesen, das nicht mal einen Namen hat

Geblendet und verstört,

von Blitzen, Zischen und Knallen

ist es dann auf die Knie gefallen

„So hilf mir doch, was soll ich hier?“

„Siehst du ein Licht, so folge ihm!“

sprach ein Blitz ganz sanft zu ihm.

„Das hilft mir weniger als weiter“,

sprach das Wesen gar nicht heiter.

Mißmutig schlurfte es durch die lauten Lichter überall

da sah es plötzlich ein großes Feuer

und freute sich ganz ungeheuer

Es sah sogar genauer hin und hinterfragte dann doch den Sinn

Es waren zwei,links das Feuer und rechts sein Spiegelbild im Schaufenster eines Friseursalons,

die Wahl fiel schwer

Es wählte rechts, das dumme Ding, und sprang hinein.

Die Scherben glitzerten im Schnee,

unser Wesen tat sich zum Glück nicht weh.

Seitdem  lebt es  unbenannt und unerkannt

als des Friseurmeisters unsichtbare Helferhand.