Nonchalant, wie Nonne

Gemälde, 24cm x 30cm, Margarita Miranda

Ein Tag im November

So mir geschehen in Unterfranken, an einem Tag im grauen November.Ich ging spazieren, getrieben von einer merkwürdigen Unruhe.Der Ort war mir fremd, auch wußte ich nicht, wie ich dort hingekommen bin.Das kommt manchmal vor, aber eines ist immer dabei. Meine Kamera.Das muß man sich mal vorstellen. Plötzlich ist man irgendwo auf dieser Erde, manchmal auch nichtmal auf der Erde, alles schon passiert, und man weiß nur eines. Irgendwas wird passieren. Also, an jenem Tag ging ich bibbernd durch die Straßen,denn ich kam gerade aus dem August und war nur mit einem leichten Chiffonkleidchen bekleidet, was sehr peinlich war, weil ich plötzlich ein Mann war. Die Tatsache, daß ich ein Mann war, realisierte ich erst , als eine ältere Dame mit einem Hackenporsche schlecht gelaunt an mir vorbeischlurfte und nur kopfschüttelnd „Männer “ keifte. Panik ergriff mich, als ich verwirrt an mir herunterschaute und  haarige Beine in goldenen hochhackigen Sandaletten erblickte. Und es war verdammt kalt. Ich hatte schon viel erlebt, war neue ungewöhnliche Situationen gewöhnt, aber heute kam ein bischen viel zusammen. Zitternd schaute ich mich nach einem Ort um, wo ich mich aufwärmen konnte. Auch brauchte ich ein paar Minuten um meine Coolness wiederzufinden. Ein paar Meter entfernt war eine Kirche. Da die Oma gerade einkaufen war, konnte keine Sonntagsmesse sein, kombinierte ich. „Himmel sorry“, sagte ich laut, um vorzutäuschen, daß es mir leid tat, etwas zu tun, was extrem etwas ist, was man nicht tut. In Wirklichkeit war ich froh von der Straße wegzukommen. Drinnen war es auch nicht viel wärmer. Typisch. Ich hätte es besser wissen müssen. Kirchen sind immer kühl. Aber ich hatte keine andere Wahl.  Ich setzte mich einen Moment auf eine Bank und überlegte, ob ich mich nach einem Priesterumhang umsehen sollte. Da hörte ich plötzlich eine liebliche Frauenstimme singen. Und dann sah ich SIE. Engelsgleich singend stapfte sie elefantengleich durch die Kirchengänge und mit einer Eleganz, die nicht zu ihrem Gang paßte, fing sie an sich auszuziehen. Sie machte einen Kirchenstriptease. Ich war so baff, daß ich beinahe vergaß, daß ich eine Kamera um meinen Hals baumeln hatte. Atemlos  knipste ich los. Plötzlich drehte sie sich zu mir um. Ich knipste nochmal. Ein letztes Mal.

Ich bekam sehr, sehr viel Geld für dieses Foto. Geboten. Nicht von meiner Agentur, sondern direkt vom Vatikan. Dafür daß ich es vernichte. Wer mich kennt, der weiß, daß ich mich auf solche schmutzigen Geschäfte niemals einlassen würde.

PS:  Diese Geschichte ist frei erfunden, Personen und Handlungen entsprechen keinen realen Vorkommnissen und zielen nicht darauf, Empörung oder unangenehme Empfindungen auszulösen, sondern erheben nur den Anspruch auf leichte Unterhaltung.

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Kein Geld für eine Reise?

Kein Geld für eine Reise,

Augenbrauen falsch gezupft,

der Hut kaputt

Reisetasche hat Löcher,

der Bh  schon zerrissen,

Schuhe sind Vergangenheit.

Sieht aus als wäre dies,

das Antiparadies.

Das ist alles nicht so schlimm,

denn ich zeige euch mal schnell

wie man trotzdem verreisen kann.

Nein nicht mit der Straßenbahn,

auch nicht mit Einrad ,Zweirad, Dreirad,

sondern mit dem Rad, daß ab ist

im  Köpfchen.

Du dachtest dieser Makel

Macht dein Leben

Erdbebengleich

bis du gewesen warst.

Nie ein Filmstar, nie ein Scheich

vergessen, im Universum aufgelöst

ein Leckerbissen für die Würmer immerhin

War’s das mit dem Sinn?

Du, nur du allein

In deinem wirren Köpfelein

Steigst jetzt in ein Flugzeug ein,

es ist ganz neu und es ist dein

Der Pilot wird rot als er dich sieht,

kein Wunder,

denn du bist ein Pilotentraum.

Er fragt wohin, jetzt sag aber nicht

„Wohin sie wollen Sie Wolkenmann“

Sonst fängt alles wieder von vorne an.

Wie ein Scheich, der Filmstar ist

Lächelst du ihm kurz zu

Und schreist:

Nach Hawaii, du Ei!

Dort gelandet,

begrüßt dich jedes einzelne Sandkorn am Strand,

bis dein Nacken schmerzt vom herablassenden Nicken.

Warum grüßt du denn zurück,

du Amateurträumer?

Ein großer Tip:

Träume nur vom Feinsten

Keine Kompromisse

Übe dies,

das ist das Ticket aus dem Antiparadies!