Der verfolgte Hirsch

In der Nacht, wenn der wilde Hirsch erwacht und sacht das Eis unter seinen Hufen kracht,

kann es sogar den starken Pferden manchmal ganz schön mulmig werden.

Sie, die ihm folgen unerschüttert, unerkannt

seit Jahren schon im kalten Land

wissen, heute ist es geschehen:

Der Hirsch hat sie gesehen!

ist es ein Drama, ist es ein Glück oder ein fatales Mißgeschick?

wird er sie fressen beim Lagerfeuerschein?

Wird er sie rösten auf seinem Geweih?

Aber nein, er dreht sich um und sagt sanft und leise:

Kommt her und  begleitet mich auf meiner Reise!

Hirsche, Feen,Partys und Geister

Ich habe heute in alten Fotos rumgewühlt. Eine tolle Beschäftigung an so grauen , nassen Wintertagen. Dabei habe ich ein paar interessante Kunstwerke von mir entdeckt. Alle schon uralt, verwittert und verschollen.

Hirsche haben mich immer schon inspiriert und fasziniert.Deswegen habe ich auch einen geheiratet.

Auch Feen sind mir nicht fremd.

Leider weiß ich gar nicht , was mit diesem Bild passiert ist. Ich werde es nochmal malen. Es ist eine Art von Kitsch, wie ich sie mag.

Dieses Bild ist ohne tieferen Sinn,worauf ich auch überhaupt keinen Wert lege, weil der Sinn bei mir immer von selber entsteht. Es stellt eine geheimnisvolle Party von lebendig gewordenen Dingen da.

Das bin ich mit meiner Tochter vor vielen Jahren beim Tanzen in unserer Wohnung am Berghang in Scheidt, Saarbrücken. Ich glaube ich mache gerade den Hirschtanz und meine Tochter den obercollen Schnullermove.

In dieser Wohnung hat es übrigens gespukt und zwar hat mir meine Tochter erzählt, daß immer so ein Mann auf unserem Balkon war und wir nannten ihn Herr Dauster. Und unter uns war ein Café, daß nur sie gesehen hat und das folgende Bild fiel auch immer runter und meine Tochter hat die Frau auch bei uns in der Wohnung gesehen.Sie war gerade mal zweieinhalb und kann sich aber genau daran erinnern.

Im oberen Stockwerk hat sogar ein professioneller Geisterjäger gewohnt, der regelmäßig von verzweifelten Menschen konsultiert wurde. Er hat sogar mal jemenden das Leben gerettet, weil so ein böser Geist eine Statue runterschmeißen wollte, um den Menscher, der da wohnte zu erschlagen. Glücklicherweise konnte unser Geisterjäger das verhindern. Übrigens der Geist bei uns, der Dauster, hat immer geraucht, ich hab es gerochen, und manchmal hat er sich einfach neben mich ins Bett gelegt. Ich fühlte, wie die Matratze sich senkte und roch den Rauch. Nein mein Mann war das nicht. Der war im Wald bei den anderen Hirschen.

Die Göttin des Wassers

Letztes Jahr im Sommer hatte ich viel Glück. Ich schaffte etwas, was noch nie jemand vor mir geschafft hat. Ich sah die Göttin des Wassers. So hatte ich sie mir nicht allerdings vorgestellt, aber was solls. Jedenfalls erschien sie mir und bat mich inständig ein Foto von ihr zu machen. Ich sagte zu ihr, daß sie mich bitte in meinem Büro anrufen solle für einen Termin,darauf gab sie mir nur einen sehr traurigen Blick und sagte daß sie bald sterben werde und sie wollte, daß die Menschen wissen wie sie aussah. Schulterzuckend gab ich nach und sagte ihr aber gleich, daß sie zwar gut aussehe, aber nicht so wie sich Menschen eine Wassergöttin vorstellen. Daraufhin meinte sie zu mir, daß die Menschen ja sowieso keine Vorstellung von Wassergöttinnen haben, weil sie gar nicht darüber nachdenken. Sie denken nicht darüber nach, wenn jemand ertrinkt, daß es vielleicht etwas mit der Wassergöttin zu tun haben könnte.

Wassergöttinen lösen sich einfach nach 100 Jahren von selber auf und werden in Form von Seetang ans Ufer gespült, der von Vögeln gefressen wird und über dem Meer wieder ausgeschieden wird, wodurch neue Wassergöttinnen entstehen, die sich gegenseitig auffressen bis nur noch eine übrigbleibt, die die nächsten 100 Jahre die Wasser der Welt kontrolliert.

Nach dieser Info war ich glücklich zu hören, daß ihre Herrschaft bald vorbei sein werde, da sie ja reichlich übertrieben hat in letzter Zeit mit ihren Wasserspielen.

Inzwischen hat sie sich aufgelöst und ihre Nachfolgerin sieht der allgemeinen Vorstellung einer Wassergöttin wesentlich ähnlicher. Wir können nur hoffen, daß sie ihren Machthunger  besser in Zaum halten kann als ihren Wahnsinnsappetit.