Der Film, in dem ich niemals spielte

Heute habe ich aufgeräumt. In meinem Kopf. Während ich auf meinem Bett lag und meinen Kaffee trank, räumte ich  in Gedanken alle Schubladen aus und drehte jedes Papier, das ich fand, um.Einiges hob ich auf, alte Briefe las ich noch mal, bevor ich sie wütend zerknitterte und in ein große Mülltüte warf. Ich wurde langsam ungeduldig und war drauf und dran einfach die gesamte Schublade samt Inhalt in die Tüte zu schmeißen. Da fiel mir plötzlich ein alter Umschlag in die Hände. Er war vergilbt, zerknittert und sehr geheimnisvoll. Es war, als hätte ich faulenzent, kaffetrinnkend auf dem Bett, einen Schatz gefunden. Ich öffnete ihn und fand diese alten Bilder. Sie schienen aus einer ganz anderen Zeit zu sein.Die Fotos zeigten eine Frau. Sie sah aus wie aus den zwanziger Jahren. Eigentlich sahen sie aus wie Standbilder aus einem Film. Wie aus einem kitschigen, dramatischen Heimatfilm. Die Frau mußte wohl die Heldin gespielt haben.

Eine Spionin oder so was in der Art, die dem Wahnsinn verfällt, weil sie Dinge entdeckt, die so unerträglich unerklärlich sind.

In dieser Szene muß es wohl passiert sein. Sie sah das Unfassbare. Mit ihren eigenen Augen.

Danach lief sie nur noch angsterfüllt durch die Gegend, in diesem Fall  über hohe bis riesige , schneebedeckte Berge.

Da hörte sie plötzlich ein Geräusch. Ein Geräusch, das ihr ganzes Elend für einen Moment in den Hintergrund schob und sie an alte Zeiten denken ließ. Als sie noch eine Tänzerin war, weiter im Süden, damals als sie wegen einer verrückten Geschichte die Heimat verließ und mit einem einsamen Soldaten auf einem alten Fahrrad dem beengten Bergdorf entkam, in der Hoffnung, das ganz große Glück zu finden.

Anfangs sah es so aus, als hätte sie tatsächlich das gefunden wonach sie gesucht hat. Doch dann verwickelte sie der einsame Soldat in eine furchtbare Geschichte aus der es kein Entkommen gab.

Und dann nach vielen Jahren des Wahnsinns und des einsamen Herumirrens, hörte sie diese  vorher schon erwähnte Geräusch,als sie gerade Kräuter sammelte auf dem Weg über die Berge zurück in ihre alte, einst so verhasste Heimat.

Aus einem Busch kam ein Buschmann, machte einen rituellen Zauber und befreite unser Alpenmädel vom Irrsinn.

In der letzten Szene sieht man sie selig lächelnd in die Ferne über die schneebedeckten Gipfel schauen,über Täler, Dörfer, Schluchten, bis hinauf oder hinab ins Universum.

Bescheuerter Film, dachte ich mir, ohne zu realisieren, daß ich ihn mir selber ausgedacht habe, in dem Moment als ich die Fotos anschaute, die ich in der Schublade fand, die ich nur in Gedanken aufräumte. Ich wollte die Fotos schon zerreißen, weil ich solche Heimatfilme nicht ausstehen kann, da fiel mein Blick auf die Rückseite eines Fotos. Darauf stand ein Name. Ja, richtig, mein Name  und der Filmtitel war: Der Film ich dem ich niemals spielte.

Ich konnte mir wirklich überhaupt nicht nicht vorstellen, wie diese Fotos in meine Schublade gekommen waren.

Verflixt aber auch!

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Hirsche, Feen,Partys und Geister

Ich habe heute in alten Fotos rumgewühlt. Eine tolle Beschäftigung an so grauen , nassen Wintertagen. Dabei habe ich ein paar interessante Kunstwerke von mir entdeckt. Alle schon uralt, verwittert und verschollen.

Hirsche haben mich immer schon inspiriert und fasziniert.Deswegen habe ich auch einen geheiratet.

Auch Feen sind mir nicht fremd.

Leider weiß ich gar nicht , was mit diesem Bild passiert ist. Ich werde es nochmal malen. Es ist eine Art von Kitsch, wie ich sie mag.

Dieses Bild ist ohne tieferen Sinn,worauf ich auch überhaupt keinen Wert lege, weil der Sinn bei mir immer von selber entsteht. Es stellt eine geheimnisvolle Party von lebendig gewordenen Dingen da.

Das bin ich mit meiner Tochter vor vielen Jahren beim Tanzen in unserer Wohnung am Berghang in Scheidt, Saarbrücken. Ich glaube ich mache gerade den Hirschtanz und meine Tochter den obercollen Schnullermove.

In dieser Wohnung hat es übrigens gespukt und zwar hat mir meine Tochter erzählt, daß immer so ein Mann auf unserem Balkon war und wir nannten ihn Herr Dauster. Und unter uns war ein Café, daß nur sie gesehen hat und das folgende Bild fiel auch immer runter und meine Tochter hat die Frau auch bei uns in der Wohnung gesehen.Sie war gerade mal zweieinhalb und kann sich aber genau daran erinnern.

Im oberen Stockwerk hat sogar ein professioneller Geisterjäger gewohnt, der regelmäßig von verzweifelten Menschen konsultiert wurde. Er hat sogar mal jemenden das Leben gerettet, weil so ein böser Geist eine Statue runterschmeißen wollte, um den Menscher, der da wohnte zu erschlagen. Glücklicherweise konnte unser Geisterjäger das verhindern. Übrigens der Geist bei uns, der Dauster, hat immer geraucht, ich hab es gerochen, und manchmal hat er sich einfach neben mich ins Bett gelegt. Ich fühlte, wie die Matratze sich senkte und roch den Rauch. Nein mein Mann war das nicht. Der war im Wald bei den anderen Hirschen.