Berliner Gastfreundschaft

Ich muß jetzt mal was los werden, auch wenn ich anecke damit. Das ist ja immer so, wenn man was loswerden will. Man schleppt es mit sich rum, weil man Angst um seine Beliebtheit hat. Was ist Beliebtheit? Das man geliebt wird?  Nein, das es den Anschein hat, daß man geliebt wird. Typisch für die Scheinwelt in der wir leben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Gestern habe ich über Gastfreundschaft nachgedacht und meine Freunde und oder Scheinfreunde. Vielleicht ist es die moderne Kultur, vielleicht ist es hip, vielleicht ist es es aber auch nur einfach scheiße. Ich fange mal an mit den Geburtstagseinladungen, die ich hier in Berlin schon bekommen habe. Also, man ist eingeladen in ein bescheuertes Inlokal und darf alles, was man verzehrt selber bezahlen. Zu toppen von der Variante, man darf alles selber bezahlen und muß noch was zu essen mitbringen. Das ist noch zu toppen von der Variante, man bezahlt alles was man verzehrt selber und man bezahlt zusätzlich noch Eintritt. Es ist jetzt aber nicht so, daß es sich die Ausgaben irgendwie lohnen, sondern man wird mit auch noch mit der Gesellschaft in der man sich befindet bestraft.Ich kenne alle Varianten. Jetzt kommen wir mal zu Essenseinladungen. Kommen so gut wie nie vor. Wenn aber dann bitte:Vorsicht! Entweder Bioküche oder schlechte Köche.Oder two in one. Einmal wurde ich zu einem Gartenpicknick eingeladen. Der Gastgeber hatte weder eingekauft, noch saubere Teller oder Besteck. Zusätzlich zu der Verpflegung , mußten die Gäste auch noch das Grillen erledigen und natürlich den Abwasch vor und nach dem Essen. Das hört sich an, als würde ich fantasieren, ist aber in diesem Fall alles wahr und deswegen muß ich es ja auch loswerden. Wenn es  Fantasie wäre , würde es mich eher beflügeln als verstimmen. Ein anderes Gartenpicknick war gut gemeint, aber leider war das Fleisch, daß der zertifizierte Grillmeister grillte, nach 3 Stunden Grillzeit immer noch blutig. Der alte fette Hund, der dort rumlief, hat sich gefreut, als ich ihm heimlich mein Fleisch gab. Der Grillmeister bemerkte es und  war ein wenig beleidigt.Aber trotzdem, weiß ich , er hats gut gemeint.

Was auch weit verbreitet in Berlin ist, daß man Leute einlädt( ich koche übrigens ausgezeichnet und mein Mann auch)die Leute dann aber 5 Minuten vor Erscheinen absagen oder 2 Stunden nach dem sie hätten erscheinen sollen.Oder man stellt sich in die Küche , kocht was richtig Gutes, der Gast erscheint, erklärt aber ohne rot zu werden, daß er grade essen war. Ist mir alles schon passiert. Eine der großzügigeren Gesten ist, daß man zum Kochen eingeladen wird. Ich weiß ja, ist ja immer nett gemeint… Ich muß schon sagen Berliner Gastfreundschaft ist sehr kreativ und vielseitig in ihren Varianten. Es gibt aber, das muß ich auch sagen, eine kleine Hand voll wirklich gastfreundlicher Menschen in Berlin. Komischerweise sind das immer die Leute, mit denen man fast gar nichts zutun hat oder kaum kennt. Bis auf ganz wenige Ausnahmen. Bei den beiden letzten beiden Gastgeber Varianten bedanke ich mich hiermit ganz herzlich!

Allen anderen will ich hiermit sagen: Bitte verschont mich mit euren komischen Einladungen!

Danke

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